Streiteren führen zu Engpass: Finnland hat fast kein Klo- & Zeitungspapier mehr
- Finnland importiert nun das Papier aus dem Ausland
Die langwierigen Verhandlungen zwischen Finnlands Gewerkschaft Papier und dem finnischen Forstindustrieverband, die seit Mitte Mai laufen und erst zu einem mehrwöchigen Streik, dann zu einer Aussperrung von Arbeitgeberseite geführt haben, haben in Finnland zu einem Papier-Engpass geführt. Dennoch kündigte der Finnische Forstindustrieverband nach den am Dienstag erneut festgefahrenen Gesprächen eine weitere Aussperrung bis in den Juli hinein an.
Derweil sind in den Geschäften die Regale mit Klo- und Haushaltspapier fast leer sowie Zeitungen und Zeitschriften in der Seitenzahl zusammengeschrumpft. Finnland importiert derzeit aus Russland und anderen europäischen Ländern beispielsweise Zeitungs- und Toilettenpapier, eine seltsame Situation für ein Land, das teilweise vom Papierexport lebt.
Sollte der Arbeitsstreit fortdauern, könnte Finnland Kunden an seine ausländischen Konkurrenten verlieren. Die weiteren Konsequenzen: Finnlands Wachstumsrate muss Ende Juni einen Verlust von einem Prozentpunkt hinnehmen, wie das finnische Fernsehen berichtete. Transportfirmen stehen vor dem Bankrott, Holzfäller werden arbeitslos und eine Anzahl von Städten und Gemeinden verliert Steuern.
Insgesamt befinden sich derzeit etwa 30.000 Arbeitnehmer im Ausstand. Nach Berechnungen der Forstindustrie bringt jeder Streiktag der finnischen Papierindustrie eine Einbusse von rund 10 Mio. Euro und einen Verkaufsausfall im Wert von bis zu 40 Mio. Euro.
(apa/red)
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