Keine Gefahr eines Tsunamis: Erdbeben der Stärke 7,9 erschüttert Chiles Norden
- Mindestens zehn Todesopfer und mehrere Verletzte
Ein schweres Erdbeben in den nordchilenischen Anden hat mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Innenminister Jorge Correa erklärte, möglicherweise gebe es in entlegenen Bergdörfern im Grenzgebiet mit Bolivien und Peru weitere Opfer.
Der Erdstoß am Montagabend (Ortszeit) hatte nach Messungen von Geologen eine Stärke von 7,9 und war damit der drittstärkste seit der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 mit einem Wert von 9,0. Zahlreiche Telefonverbindungen brachen zusammen, so dass die teils schwer beschädigten Ortschaften zunächst nicht zu erreichen waren.
In der Nähe der Hafenstadt Iquique stürzte ein Fels auf ein Auto und erschlug sechs Familienmitglieder. Drei alte Männer starben nach Darstellung des Innenministeriums in Bergdörfern, darunter ein 80 Jahre alter Behinderter, dessen Haus einstürzte. Auch ein neun Monate altes Kind wurden getötet. Correa sagte, einige Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden.
Die Regierung bemühte sich am Dienstag, mehrere Tonnen Hilfsgüter in das betroffene Gebiet zu bringen. Da viele Straßen durch Erdrutsche blockiert waren, setzten die Behörden Frachtflugzeuge der Luftwaffe ein, um Medikamente, Matratzen und Decken zu liefern. Vizepräsident Francisco Vidal reiste mit einer Regierungsdelegation in die Region, Präsident Ricardo Lagos brach seine Europareise ab.
Mehrere Häuser und Straßen in Iquique wurden beschädigt. Dort und in Arica, nahe der Grenze zu Peru, brach die Stromversorgung zusammen. Zu spüren war der Erdstoß auch in Calama, in dessen Nähe die weltgrößte Tagebau-Kupfermine Chuquimata liegt. In Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus, gingen Fensterscheiben zu Bruch. In der bolivianischen Hauptstadt La Paz liefen Bewohner erschrocken auf die Straßen.
Das Beben hatte sein Epizentrum rund 1.500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago in einer unbewohnten Region der Anden. Die Stadt Iquique ist etwa 320 Kilometer davon entfernt.
(apa)
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