Montag, 13. Juni 2005

Taliban verüben blutigen Anschlag auf US-Konvoi in Afghanistan: 4 Soldaten verletzt

  • Geparktes Taxi explodierte direkt neben Autokarawane
  • Taliban verantwortlich für jüngsten Anstieg der Gewalt

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen US-Konvoi im Süden Afghanistans sind am Montag vier US-Soldaten verletzt worden. Die Einheit sei in einem Vorort der Stadt Kandahar auf Streife gewesen, als eine Bombe neben ihr explodiert sei, sagte eine Armeesprecherin. Der Leiter der Sicherheitsbehörden von Kandahar, General Salim Khan, sagte, ein Selbstmordattentäter sei mitten in den Konvoi gefahren und habe dort sein Fahrzeug zur Explosion gebracht. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

In ersten Meldungen der afghanischen Polizei war noch von bis zu fünf toten US-Soldaten die Rede gewesen. Bei den Soldaten handelte es sich um Mitglieder eines Regionalen Wiederaufbauteams, wie ein Sprecher der US-Armee in Kabul mitteilte. Mindestens einer der vier Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Die Verwundeten seien zur Behandlung zum Flughafen von Kandahar gebracht worden. Der Taliban-Sprecher Mullah Abdul Latif Hakimi sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Attentäter stamme aus Kandahar. Er habe seinen Wagen in die drei Fahrzeuge der US-Armee gesteuert und sei bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

Die Taliban waren im Herbst 2001 durch den Einmarsch der US-geführten internationalen Truppen in Afghanistan gestürzt worden. In jüngster Zeit häufen sich die Attentate vor allem im Süden des Landes jedoch. Seit Beginn des Jahres wurden mehr als 350 Menschen bei Anschlägen getötet, die den Taliban oder Gruppen der Terrororganisation El Kaida zugeschrieben werden. Auch Mitglieder der internationalen Truppen fielen den Attentaten zum Opfer: Am vergangenen Freitag wurde ein US-Soldat in einem Hinterhalt getötet; am Mittwoch waren zwei US-Mitarbeiter bei einem Granatenangriff auf eine US-Basis ums Leben gekommen.

(apa/red)

13.6.2005 11:19