Nach laut werdender Kritik: US-Regierung will Guantanamo dennoch nicht schließen
- In Haftanstalt befinden sich nur "schlechte Menschen"
- Vize Cheney reagiert auf die wachsende Kritik negativ
Trotz wachsender Kritik auch in den eigenen Reihen hat die US-Regierung eine Schließung ihres Gefangenenlagers Guantanamo abgelehnt. Bei den bis jetzt auf dem Stützpunkt verbliebenen Personen handle es sich um Terroristen, um "schlechte Menschen", sagte Vizepräsident Cheney dem TV-Sender Fox.
Zurzeit gebe es keine Pläne, Guantanamo zu schließen, sagte Cheney. Sowohl US-Präsident Bush als auch Verteidigungsminister Rumsfeld hätten wiederholt darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, "über die Fähigkeit zu verfügen, Personen zu inhaftieren, die wir im Zuge des Krieges gegen den Terrorismus gefangen nehmen".
In Guantanamo befinden sich etwa 540 Gefangene, die zum Teil seit mehr als drei Jahren ohne Anklage festgehalten werden. Die meisten wurden 2001 und 2002 wegen Verbindungen zur Taliban-Miliz oder zum Terror-Netzwerk Al Kaida in Afghanistan gefangen genommen.
Der republikanische Senator Chuck Hagel kritisierte, dass Guantanamo einer der Gründe für ein schlechtes internationales Image der Vereinigten Staaten sei. Auch der ebenfalls zu den regierenden Republikanern gehörende Senator Mel Martinez bezeichnete das Gefangenenlager als Paradebeispiel für schlechte Nachrichten. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Kosten-Nutzen-Analyse noch stimme.
(apa/red)
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