Montag, 13. Juni 2005

BA-CA-Chef Erich Hampel: Das Porträt des Fixstarters im neuen UniCredit-Bankriesen

  • Der neue Chef der erweiterten Osteuropa-Division
  • 30-jährige Banker-Karriere erhält nun absolute Krönung

Erich Hampel (54), Generaldirektor der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), wird nun wohl doch italienisch lernen. Zumindest zwangsläufig: Denn als einer der wenigen Fixstarter im neuen UniCredit-Konzern wird er bei den regelmäßigen Treffen mit seinen neuen Kollegen in der Mailänder UniCredit-Konzernzentrale als Vorsitzender des strategisch wichtigen Ost- und Südosteuropa-Business in die Leitungsgremien der italienischen Großbank eingebunden sein. Geschäftssprache ist im neuen Konzern freilich englisch.

Hampel wird nach dem Verkauf der Mutter HypoVereinsbank (HVB) als künftiger Chef der neuen Osteuropa-Division des italienischen UniCredit-Konzerns die lukrativen Osteuropa-Töchter steuern. Dieses Geschäft wird von Wien aus geleitet. Und es wird um einige Länder erweitert: Um das Baltikum, Russland, die Ukraine und die Türkei. Freilich blüht gerade in Osteuropa in nächster Zeit ein deutlicher Stellenabbau. Denn in einigen Ländern (vor allem Polen, Kroatien) gibt es kräftige Überlappungen der Fusionsbanken.

Seit Jänner 2004 ist Erich Hampel Chef der größten Bank in Österreich, die seit fünf Jahren der HypoVereinsbank gehört und nun "italienisch" wird. Er hatte das Ruder übernommen, als sein Vorgänger Karl Samstag überraschend abtrat. Im Herbst 2004 ist bis 2010 bestätigt worden.

Dr. Erich Hampel, am 25. Februar 1951 in Wien geboren, begann seine berufliche Karriere nach dem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1975 bei der Citibank (Austria) AG, damals "Interbank". 1977 trat er in die Österreichische Postsparkasse (P.S.K) ein. 1981 wurde er Vorstand des Bankhauses Feichtner & Co AG, 1982 Vorstandsvorsitzender dieses Bankhauses. 1985 kehrte Hampel als Zweiter Vize-Gouverneur direkt in die P.S.K. zurück. 1996 bis 1997 war er Gouverneur der P.S.K.. Im Mai 1997 wechselte er an die Spitze der Creditanstalt (CA) und damit in die Bank Austria-Gruppe. Im November 2000 wurde Hampel auch Mitglied des Bank Austria-Vorstands, bis zur Fusion der CA mit der Bank Austria im Sommer 2002 in einer Doppelfunktion. Seit Jänner 2004 ist er Vorsitzender des BA-CA-Vorstands.

Hatte Hampel schon im Vorjahr seine Bankerkarriere nach fast 30 Jahren mit dem Chefposten in der größten Bank in Österreich gekrönt, so steht er nun vor einem weiteren Machtzuwachs innerhalb des neuen UniCredit-Konzerns, der aus der Fusion der jetzigen Bank Austria-Mutter HypoVereinsbank mit UniCredit hervor geht.

(apa/red)

13.6.2005 13:21