UniCredit-Boss Profumo feiert: Banken-Fusion ist "eine europäische Operation"
- Nach Mega-Deal: "Jetzt werde ich Deutsch lernen"
- In drei Jahren 7 Prozent weniger Mitarbeiter als heute
Der Chef der italienischen Bankengruppe UniCredit feiert die beschlossene Fusion mit der deutschen HypoVereinsbank (HVB). "Jetzt werde ich Deutsch lernen müssen, können Sie mir einen guten Lehrer empfehlen?", fragte Profumo im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica".
Der 48-jährige Banker unterstrich, dass die beschlossene Hochzeit mit der HVB weder eine italienische noch eine deutsche Operation sei. "Wir haben dieses Deal gemeinsam in die Wege geleitet und der Stützpunkt ist Europa mit den 19 Märkten, in denen die neue Gruppe handeln wird", so Profumo.
"Unser Ziel ist es, auf allen 19 nationalen Märkten, auf denen Unicredit präsent ist, eine Spitzenbank, zu werden, was die Qualität der Dienstleistungen betrifft", so Profumo. Auf die Frage, warum er eine ausländische und keine italienische Bank übernommen habe, antwortete der UniCredit-Chef: "Mit einer italienischen Bank hätten wir weniger Wachstumschancen und könnten den Diversifizierungseffekt nicht ausnutzen. Unsere Leistungen würden dem italienischen Bruttoinlandsprodukt entsprechen", erklärte Profumo.
"Wir haben Glück gehabt. Wir haben einen Partner gefunden, der uns schätzt, und mit dem wir eine gemeinsame Vision aufgebaut haben. Wir haben uns mit großem Enthusiasmus auf diese Chance konzentriert", meinte der italienische Spitzen-Bankier.
Von den Schwierigkeiten der HVB lässt sich Profumo nicht einschüchtern. "Das Verhältnis Kosten-Gewinne ist höher als unseres, doch dies ist eine Chance, kein Risiko."
Dies bedeute, dass es Besserungsmöglichkeiten gibt, vor allem was Kostenbegrenzungen, aber auch Gewinnwachstum betreffe. "Was die Sorgen bezüglich der Qualität der Aktiva betrifft, haben wir unsere Analysen durchgeführt. Ich kann bestätigen, dass die HVB für uns eine große Chance ist", erklärte Profumo.
Er versicherte, dass es in der neuen Gruppe zu keinen dramatischen Stellenkürzungen kommen wird. "Es wird bestimmt nicht von heute auf morgen zu Kürzungen kommen", es werde aber zu einer Senkung in der Mitarbeiterzahl kommen.
"In drei Jahren wollen wir die Mitarbeiter der gesamten Gruppe um sieben Prozent reduzieren", so Profumo. (apa/red)
