Scheibner mit Parteikollegen unzufrieden:
Will professionelleres Erscheinungsbild
- Kritik an Gorbachs Ankündigung zu Ausstieg aus Politik
- BZÖ-Klubchef hofft auf Fortsetzung von Schwarz-Orange
Der Chef des freiheitlichen Parlamentsklubs, Herbert Scheibner (BZÖ), fordert von den Spitzenvertretern seiner Partei ein professionelleres Erscheinungsbild. Unzufrieden ist er dabei vor allem mit Vizekanzler Hubert Gorbach und dessen Ankündigung eines Wechsels in die Privatwirtschaft. Für die Periode nach der Nationalratswahl 2006 wünschte sich Scheibner am Sonntag im ORF-Parlamentsmagazin "Hohes Haus" eine Fortsetzung von Schwarz-Orange.
"Gorbachs Ankündigung, er sehe sich schon in der Privatwirtschaft, hat nicht unbedingt für Dynamik gesorgt", so der Klubchef. Die orange Regierungsmannschaft müsse ein "professionelleres Erscheinungsbild" an den Tag legen. "Man darf sich nicht zu fein sein, eigene Erfolge zu präsentieren."
Dennoch glaubt Scheibner an einen Aufschwung seiner Partei. Die Meinungsumfragen seien nur Momentaufnahmen.
Und nach der Wahl sollte es wieder zu einer Regierung von ÖVP und BZÖ kommen, das Projekt solle weitergeführt werden und freiheitliche Handschrift zeigen. Einwände, wonach die ÖVP kein Interesse mehr an einer Fortsetzung der Koalition mit den Orangen nach 2006 haben könnte, sieht Scheibner gelassen: "Welche Strategien es in der ÖVP gibt, sehen wir sehr gelassen. Auch im Jahr 2000 hat es Kritiker in der ÖVP gegeben, die sich dann aber überzeugen haben lassen."
Einer Wiedervereinigung von BZÖ und FPÖ, um die Wahlchancen zu verbessern, erteilte Scheibner eine klare Absage: "Mit der Partei des Herrn (Heinz Christian, Anm.) Strache sicher nicht." Zu den Vorwürfen der FPÖ wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten der früher blauen und jetzt zum Teil orangen Parteiführung sagte Scheibner, er bedaure diese "Schmutzkübelkampagne". Die Kampagne werde der FPÖ nicht helfen.Gewählt werde man für bessere Politik: "Strache und andere FPÖ-Exponenten sollen zeigen, wie sie es besser machen."(apa/red)
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