Samstag, 18. Juni 2005

Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Wiener tötet 33-jährigen Mann mit Bauchschuss

  • 65-Jährigem war das Opfer einfach zu laut
  • Verdächtiger in Wohnanlage als Querulant bekannt

Tödlicher Nachbarschaftsstreit in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus: Weil der 33-jährige Demir L. dem 65-jährigen Helmut M. zu laut war, griff dieser zur Waffe und erschoss seinen Widersacher. Das Opfer hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder, so ein Ermittler des Wiener Kriminalkommissariats West am Samstag. Der 65-Jährige stellte sich nach der Tat und zeigte sich geständig, will jedoch nicht gezielt auf das Opfer geschossen haben.

Zu der blutigen Auseinandersetzung war es in der Nacht auf Samstag gegen 23.30 Uhr gekommen. Demir L. traf auf dem Heimweg im Hof einer Wohnhausanlage in der Tautenhayngasse noch eine Bekannte und ein Ehepaar. Er blieb stehen und unterhielt sich mit ihnen. Dem Verdächtigen dürfte das zu laut gewesen sein: Er brüllte aus seiner Wohnung hinunter, dass der 33-Jährige und die anderen leiser sein sollen. Ein Wort gab das andere, Demir L. meinte, dass sein Widersacher doch noch munter sei. Helmut M. drohte schließlich damit "hinunterzukommen". Demir L. forderte ihn daraufhin auf, das doch zu tun.

Helmut M. erschien tatsächlich im Hof - in der Hand seine registrierte Pistole. Er gab zwei Schüsse ab, den ersten in die Luft, den zweiten auf den 33-Jährigen. Der Verdächtige verständigte daraufhin die Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Tatwaffe fanden die Beamten in der Wohnung von Helmut M. Er gestand die Tat.

Laut einem Ermittler des Kriminalkommissariats West war es zwischen Täter und Opfer wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen. Der 65-Jährige galt in der Wohnanlage überhaupt als Querulant, der sich oft wegen Kleinigkeiten - spielende Kinder etc. - aufregte.

Seine Frau gab an, dass er in geringem Ausmaß vor der Tat alkoholische Getränke konsumiert hatte. Über den Grad der Alkoholisierung sollte ein Bluttest Aufschluss geben. Der 65-jährige will jedoch nicht gezielt auf das Opfer geschossen haben. Das gab der Verdächtige am Samstag bei seiner Einvernahme im Kriminalkommissariat West an. Demnach habe das Opfer eine Frau beschimpft, daraufhin sei Helmut M. in den Hof gegangen. Die Pistole habe er eingesteckt, um Demir L. zu beeindrucken. Die Waffe will er ausschließlich zum Sportschießen mit Freunden benötigt haben. (apa/red)

18.6.2005 15:23