Sonntag, 19. Juni 2005

Schwere Explosion in Wagna/Stmk: Zwei Kleinkinder kommen in Pizzeria ums Leben

  • Mehrere Personen wurden zum Teil schwer verletzt
  • Beamte sicher: Es war ein Anschlag. PLUS: Die BILDER!

Die Erhebungsarbeiten am Unglücksort - jener Pizzeria im südsteirischen Wagna, bei deren Explosion Samstag früh zwei Kleinkinder ums Leben kamen - sind abgeschlossen. Nun komme die kriminalistische Basisarbeit: "Befragungen, Abgleichen der Aussagen, Vernehmungen", so der Brandermittler der Kriminalabteilung (KA) vom steirischen Landesgendarmiekommando, Günter Peterka, am Sonntag zur APA. Man könne mittlerweile so gut wie sicher sagen, dass die Explosion absichtlich herbeigeführt worden sei. Der Betreiber der Pizzeria ist mittlerweile vom Urlaub zurück, er wird laut Gendarmerie ebenfalls befragt.

Das "Brand beschleunigende Mittel", von dem Peterka sprach, dürfte höchstwahrscheinlich Benzin gewesen sein, von dem die zwei Brandmittelspürhunde am Ort des Geschehens Spuren wahrgenommen hätten. Wie dieses "Mittel" zur Entzündung gekommen sei oder gebracht wurde, wurde noch nicht mitgeteilt - wohl auch, um die Ermittlungen nicht zu behindern.

In den Abendstunden des Samstag ist der 32 Jahre alte aus Ägypten stammende Betreiber der Pizzeria "Mando", die völlig ausbrannte und mitsamt der darüber befindlichen Wohnung einstürzte, in die Steiermark zurück gekehrt. Er hatte laut Peterka sofort Kontakt mit den Behörden aufgenommen und werde befragt. Dass er zur Explosionszeit in Italien war, gelte als gesichert.

Im Einsatz stünden derzeit fünf Teams zu je zwei Beamten - drei der KA, zwei der Gendarmerie Leibnitz - die die Auskunftspersonen befragen und Protokolle abgleichen. "Der Zeitfaktor spielt dabei eine große Rolle", sagte Peterka. Bereits am Samstagabend hatten die Ermittler angedeutet, dass eine absichtlich herbei geführte Explosion so gut wie sicher sei.

Bei der Explosion in der Pizzeria Samstag früh und dem darauf folgenden Einsturz des Hauses waren zwei Kleinkinder einer über dem Lokal wohnenden ägpytisch-stämmigen Familie getötet worden. Vater und Mutter der Kinder sowie deren eineinhalbjähriger Sohn konnten sich mitsamt weiteren Verwandten über ein stehen gebliebenes Vordach ins Freie retten. Die Familie wird im LKH Wagna behandelt, der 41 Jahre alte Vater ist schwer verletzt.

Bei den Ermittlungen spielen auch die schon lange währenden Unstimmigkeiten zwischen dem Pizzeriabetreiber und der darüber wohnenden Familie ein Rolle. Pizzeriabetreiber und Untermieter waren vor genau drei Wochen in einen Streit geraten, der in eine Messerstecherei mündete, welche die Gendarmerie erst mit Schüssen in die Luft und Pfefferspray-Einsatz beenden konnte. (apa)

19.6.2005 11:23