5,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten: Schulden der FPÖ höher als bisher bekannt
- Angegebene 3,5 Mio. seien nur Bankverbindlichkeiten
- Bauer: Darüber hinaus gebe es "Eventualforderungen"
Die Schulden der FPÖ dürften wesentlich höher sein als die bisher angegebenen etwas mehr als drei Millionen Euro: Mit ungefähr 5,5 Mio. Euro bezifferte FPÖ-Industriesprecher Gerhard Bauer im ORF-"report" den Schuldenstand der FPÖ. Diese Zahl findet sich - wie man im "report" sah - auch in dem noch nicht veröffentlichten Prüfbericht, den FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von einem Steuerberater hat erstellten lassen.
3,5 Mio. Euro seien - "ohne Zinsberechungen" - die Bankverbindlichkeiten der FPÖ. Darüber hinaus gebe es noch "Eventualforderungen", sagte Bauer unter Hinweis auf "Causen, die sich aus Tätigkeiten der FPÖ ergeben haben". Konkret nannte er die Causen Gaugg und Y-Line. Gaugg hat die FPÖ auf 242.500 Euro geklagt. Diese seien ihm von der damaligen Parteiführung - konkret Susanne Riess-Passer - für seinen Abgang versprochen worden, bekräftigte er gegenüber dem ORF.
Und der Masseverwalter der Firma Y-Line verlangt von der FPÖ die Zahlung ausstehender Beträge aus einem Vertrag, den die FPÖ gekündigt hat.
Die jetzige Parteiführung wirft weiters laut "report" dem früheren FPÖ-EU-Abg. Peter Sichrovsky vor, Spesen doppelt verrechnet zu haben. Von Sichrovsky gab es dazu keinen Kommentar, aber Bauer kommentierte die hohen Spesen des Ex-Mandatars, nämlich 560.000 Euro in drei Jahren: "Er hat sich auf jeden Fall wie ein Großindustrieller verhalten", man müsse doch nicht in Fünf-Stern-Hotels absteigen.
Strache will das Ergebnis der Überprüfungen so bald es vorliegt in einer Pressekonferenz präsentieren - und, wenn nötig, rechtliche Schritte unternehmen.
Neudeck glaubt an Rechenfehler
FP-Finanzreferent Detlev Neudeck hält den genannten Schuldenstand von 5,5 Millionen Euro für zu hoch gegriffen. "Vielleicht gibt es einen Rechenfehler. Das kommt ja ab und zu vor", vermutet Neudeck im Gespräch mit der APA. Seinen Angaben zufolge belaufen sich die Parteischulden im schlimmsten Fall auf 4,1 Mio. Euro.
Die Bankverbindlichkeiten belaufen sich laut Neudeck auf drei bis 3,2 Mio. Euro. Außerdem wurden vom früheren FP-Politiker Reinhart Gaugg 242.000 Euro eingeklagt, von den YLine-Masseverwaltern rund 600.000 Euro. Damit komme man aber maximal auf vier bis 4,1 Mio. Euro, betont Neudeck: "Das ist eine worst-worst-case Berechnungsweise. Wie man auf die 5,5 Millionen kommt, weiß ich überhaupt nicht."
(apa)
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