Nerven liegen blank: Wahlkampf im west-
steirischen Ligist wurde wirklich "handfest"
- SPÖ-Bürgermeister attackierte ÖVP-Gemeinderat
- "Wie wenn man einem Kind eine Tachtel gibt"
Zu fortgeschrittener Stunde "handfest" wurde am vergangenen Wochenende beim Marktfest in Ligist (Bezirk Voitsberg) politisiert: Der SPÖ-Bürgermeister soll einen ÖVP-Gemeinderat - laut ÖVP-Version - mit Faustschlägen attackiert haben, der Angreifer selbst spricht von einer "Tachtel" - er habe seinem Kontrahenten ein "Flinserl gegeben, mit der verkehrten Hand in die Gesichtsgegend".
Der Attacke vorhergegangen war ein Wortwechsel, im Zuge dessen der ÖVP-Mandatar den SPÖ-Landeschef Franz Voves als "Faulpelz" beschimpft habe, so Bürgermeister Franz Windisch. Dass ihm quasi die Hand ausgekommen ist, räumt er mit Bedauern und unter dem Hinweis darauf, das er "ein bisserl zu viel" getrunken hat, ein: "Aber nur so, wie wenn man einem Kind eine Tachtel gibt". Sein Kontrahent Peter Kalcher sei nicht verletzt worden, "nicht einmal eine Rötung" sei zu sehen gewesen. Er habe sich auch gleich entschuldigt.
Das "Opfer" erstattete zwar keine Anzeige, die ÖVP wollte den Vorfall dann doch nicht auf sich beruhen lassen. Landesgeschäftsführer Andreas Schnider ließ am Montag die Öffentlichkeit von dem Vorfall wissen und sieht darin ein Alarmsignal: "Dass so etwas passieren konnte, ist bestürzend: Das gehässige Klima, welches die SPÖ seit Monaten schürt und salonfähig zu machen versucht, führt offensichtlich zu derartigen Aggressionen, dass man nun im Wahlkampf nach Verbalinjurien auch mit Faustschlägen zu rechnen hat". SPÖ-Landeschef und Gemeindereferent Voves möge dem seit 1990 amtierenden Bürgermeister den Rücktritt nahe legen, so Schnider. (apa)
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