Donnerstag, 9. Juni 2005

Die Alpenfahrt: Martin Pfundner über die schwerste Prüfungsfahrt für Tourenwagen

  • NEU: Über 60 Jahre Automobil-Historie in Buchform
  • 250 Abbildungen & alles über die prominenten Teilnehmer

Einer der wichtigsten Beiträge Österreichs zur Entwicklung des berg- und alpentauglichen Automobils ist Mittelpunkt einer 200 Seiten starken Neuerscheinung: "Die Alpenfahrt - 1910 bis 1973" heißt das Werk, das einer verfasst hat, der weiß, wovon er schreibt.

Autor Martin Pfundner nahm in den fünfziger Jahren selbst an sieben Alpenfahrten teil und war später Rennleiter der ersten beiden Großen Preise von Österreich in Zeltweg (1963/64). 1910 wurde die Alpenfahrt vom k.k. Österreichischen Automobilclub ins Leben gerufen, bis 1914 wurde sie jährlich ausgetragen. Die europäische Automobilindustrie hielt sie damals für die schwerste, bedeutendste und publicity-trächtigste Prüfungsfahrt für Tourenwagen. Die fragilen Autos befuhren u.a. auf Maultierpfaden die steilsten Alpenpässe.

Erzherzog Karl Franz Josef & Co
Mehr als 250 Abbildungen sind ein gutes Zeugnis für die Tollkühnheit des damaligen Unterfangens. Prominentester Teilnehmer war Erzherzog Karl Franz Josef, der 1916 als Kaiser Karl I. den Thron der Donaumonarchie bestieg. Aber auch große Konstrukteure und Industrie-Magnaten wie Ferdinand Porsche, August Horch ("Audi"-Gründer) oder Fritz Opel nahmen an der Tour teil, die erst nach dem Ersten Weltkrieg "eine grenzüberschreitende Alpenfahrt von wahrhaft panalpiner Dimension" wurde. 1928 kam es zur ersten "Internationalen Alpenfahrt", die über die wichtigsten Alpenpässe in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich, Deutschland und Jugoslawien führte. Die Alpenfahrt war damit auch der Auslöser vieler Hochgebirgs-Straßenbauten. (APA/red.)

Buch-Tipp
Martin Pfundner
Die Alpenfahrt 1910 - 1973.
Böhlau-Verlag
Wien, Köln, Weimar
200 S., Euro 24,90

9.6.2005 16:57