Montag, 6. Juni 2005

Unfallbilanz weist positive Tendenz auf: Junge Lenker im Verkehr immer sicherer

  • Positiver Effekt des Mehrphasensführerschein bestätigt
  • Forderung: Senkung der Versicherungsprämie für junge Lenker

Seit 2002 sind die Unfälle von 18-jährigen Führerscheinneulingen in Österreich um 7,8 Prozent gesunken, geht aus den Zahlen der Statistik Austria hervor. "Die Führerscheinreform mit der Mehrphasen-Fahrausbildung wirkt sich positiv aus", stellt ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter fest: "Die Kfz-Haftpflichtversicherungen sind aufgerufen, auf diese erfreuliche Entwicklung zu reagieren und die Prämien für junge Führerscheinneulinge zu senken."

18-jährige Führerscheinneulinge müssen für eine Kfz-Haftpflichtversicherung im Durchschnitt um 16 Prozent mehr Prämie zahlen als erwachsene Führerscheinneulinge. Das geht aus einem Versicherungsvergleich des ARBÖ und den Erhebungen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hervor. Viele Versicherungen lehnen 18-jährige Lenker und Lenkerinnen als Kunden grundsätzlich ab oder akzeptieren sie nur mit zusätzlichen Auflagen (etwa wenn es mehrere Versicherungsverträge mit der Familie gibt).

Versicherung ohne Mehrkosten fast unmöglich
Der aktuelle Versicherungsvergleich des ARBÖ ergab zu Jahresbeginn 2005, dass es nur acht der 17 befragten Versicherungen 18-Jährigen möglich machen, ihr Auto versichern zu lassen, ohne Mehrkosten zu verrechnen oder Risikoprüfungen durchzuführen. Bei den Unfallentwicklung schnitten jugendliche Lenker zuletzt besser ab, als andere Altersgruppen: die von 18-Jährigen PKW-Lenkern verursachten Unfälle gingen zwischen 2004 und 2002 um 7,8 Prozent auf 2.104 zurück, die Zahl der verunglückten 18-jährigen Lenker nahm um 5,5 Prozent auf 1.167 ab und die Zahl der Toten ging um fünf Prozent auf 19 zurück, dokumentieren die Zahlen der Austria Statistik.

Positiver Effekt des Mehrphasen-Führerschein
Eine Studie des Instituts "Gute Fahrt" bestätigte im Frühjahr 2005 den positiven Effekt des Mehrphasen-Führerscheins und hob den starken Rückgang von Alleinunfällen um 11 Prozent bei 18-jährigen Lenkern im Jahr 2004 hervor. Dabei handelt es sich um einen viel höheren Rückgang als bei anderen Altersgruppen, wo der Rückgang lediglich 1,2 Prozent ausmachte. Der Mehrphasen-Führerschein wurde in Österreich 2003 eingeführt. Fahranfänger müssen nach positivem Abschluss der Lenkerausbildung innerhalb eines Jahres ein Fahrsicherheitstraining (beim ARBÖ, ÖAMTC oder bei Fahrschulen) mit anschließendem verkehrspsychologischen Gruppengespräch sowie zwei Perfektionsfahrten in der Fahrschule absolvieren. Richtig gegriffen hat diese Reform im Jahr 2004. (APA/red.)

6.6.2005 14:04