Dienstag, 7. Juni 2005

BenQ fliegt im Aufwind: Taiwanesischer Elektronikkonzern drängt auf europäischen Markt

  • Vorstandschef erwartet ein Umsatzplus von 50 Prozent
  • Marke steht für "Bringing enjoyment and quality to life"

Der Elektronikkonzern BenQ aus Taiwan drängt mit dem Kauf der Siemens-Handy-Sparte stärker auf den europäischen Markt. Bisher ist das Unternehmen vor allem in Asien präsent, will aber seinen Wachstumskurs außerhalb des Heimatmarkts fortsetzen. Vorstandschef K. Y. Lee erwartet ein Umsatzplus von 50 Prozent.

Außerdem will BenQ sich stärker als eigene Marke präsentieren, statt wie bisher vorwiegend im Auftrag anderer Unternehmen Handys, Scanner, Digitalkameras oder Laptops zu produzieren. Etwa 60 Prozent seiner Einnahmen von zuletzt rund 5 Mrd. US-Dollar (rund 4,1 Mrd. Euro) verdient der Elektronikkonzern mit Aufträgen von außen. Für die Kaffeekette Tchibo lieferten die Taiwaner beispielsweise im vergangenen Jahr Mobiltelefone.

Freude und Qualität
Jetzt soll die Produktion unter der Marke BenQ - das Kürzel steht für "Bringing enjoyment and quality to life", Freude und Qualität ins Leben bringen - ausgebaut werden. Firmenchef Lee sprach gegenüber der "Financial Times Deutschland" von einem "aufsteigenden Stern". Branchenkenner attestieren BenQ ein gutes Gespür für Markttrends, die mit Innovationen und ansprechenden Designs umgesetzt werden. Auf dem Handy-Markt halten die Taiwaner derzeit einen Anteil von 4 Prozent. Gemeinsam mit dem Siemens-Anteil von 5,5 Prozent rückt BenQ auf Platz 4 (hinter Nokia, Motorola und Samsung) vor.

2001 aus Acer ausgegliedert
Das unter anderem Namen 1984 gegründete Unternehmen wurde 2001 aus dem Computerkonzern Acer ausgegliedert. BenQ produziert hauptsächlich in China und Taiwan sowie in Malaysia und Mexiko. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 14.000 Mitarbeiter. (apa/red)

7.6.2005 13:48