Freitag, 10. Juni 2005

Aufatmen bei hunderten Angestellten: Post will umstrittene Job-Center umbauen

  • 400 Mitarbeiter sollen in Betrieb reintegriert werden
  • Kritiker kreideten Unmenschlichkeit der Einrichtung an

Die Österreichische Post AG gibt im Streit um ihre Jobcenter nach. Von 660 überzähligen Postlern mit Kündigungsschutz, die derzeit täglich in diesen Jobcentern erscheinen müssen, dort aber meist keine adäquate Arbeit erhalten, sollen jetzt knapp 400 wieder in die Geschäftsbereiche reintegriert werden, erfuhr die APA aus dem Unternehmen. Die Gewerkschaft, aber auch Medien hatten die Einrichtung zuletzt mehrfach als unmenschlich kritisiert.

In Zukunft sollen in der Personalauffanggesellschaft maximal 300 Mitarbeiter aufgenommen und dort für neue Jobs umgeschult werden. Außerdem sollen die einzelnen Geschäftsbereiche künftig weiter für die betroffenen Mitarbeiter aufkommen, auch wenn sie dem Jobcenter überstellt werden. Damit soll künftig verhindert werden, dass ein Geschäftsbereich einen Mitarbeiter ins Jobcenter abgibt, um am Papier seine Personalzahlen zu reduzieren und den Mitarbeiter aber dann wieder zurückzumieten. Insgesamt sollen auf diese Weise zuletzt bereits rund 250 eigentlich aktive Postler auf das Personalkonto des Jobcenters verschoben worden sein.

Seit Monatsbeginn hat die Post mit Friedrich Paul (38) einen neuen Personalchef. Er soll jetzt für die Jobcenter ein entsprechendes neues Konzept erstellen. Offiziell wollte das Management in Hinblick auf diese Vorarbeiten keine Stellungnahme abgeben.

Die umstrittene Einrichtung war 2003 eingeführt worden und galt damals als Alternative zur Frühpensionierung überzähliger Post-Beamter. Österreichweit gibt es derzeit fünf solche Einrichtungen. Abgestellt wurden dort Mitarbeiter aller Alters- und Dienstklassen - vom Hilfsarbeiter bis zum Akademiker. Kritiker sprachen zuletzt von Mobbing, mit dem Post versucht habe, die pragmatisierten Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu drängen.

(apa/red)

10.6.2005 09:13