Mittwoch, 8. Juni 2005

Großeinsatz der ÖBB in Sri Lanka: Bahn in Tsunami-Region soll 'flott' gemacht werden

  • Hilfe bei Wiederaufbau & Beschleunigung mit 25 Mio. €
  • Gorbach: "Schnell und erfolgreich helfen" war das Ziel

Die durch den Tsunami vom 26. Dezember 2004 schwer beschädigte Bahnlinie Colombo - Matara auf Sri Lanka soll buchstäblich flott gemacht werden. Hauptverantwortlich dafür, dass es überhaupt rasch wieder Bewegung gegeben hat, sind die österreichische Bundesregierung und die ÖBB durch ihre Soforthilfe. Fünf Mio. Euro sind für die Instandsetzung bereits geflossen, insgesamt werden es etwa 25 Mio. sein.

Alexius Vogel, Leiter Forschung und Entwicklung bei den ÖBB, bat in Galle zum "Lokalaugenschein" auf der Bahnlinie. Dort waren u.a. die Gleise um fünf bis sechs Meter verschoben, Brücken beschädigt sowie der komplette Unter- und Oberbau von der Flut zerstört worden.

Auf der gesamten Strecke Colombo - Matara wurden nicht weniger als 160 Kilometer Schienen weggespült. Völlig verbogenes und verformtes Material, das noch heute z.B. in Galle neben der Strecke zu sehen ist und die traurige Erinnerung an den Tsunami wach ruft, musste gänzlich erneuert werden. "Es ist aber auch Oberbaumaterial aus dem Wasser geborgen und wieder verwendet worden, wenn es noch brauchbar war."

Nur sieben Wochen nach dem Tsunami waren dank ÖBB-Hilfe im Abschnitt Colombo - Galle bereits wieder Züge unterwegs. Auch der Verkehr bis Matara läuft längst. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt derzeit freilich nur 35 km/h und entspricht damit der eines "Bummelzuges". In ein bis zwei Jahren sollen es 80 km/h sein, so das ehrgeizige Ziel der ÖBB, die bei ihrem Projekt auch mit der Unterstützung der chinesischen Bahn rechnen dürfen.

Es gehe darum, für ein Land und seine Bevölkerung die Infrastruktur wieder herzustellen, so Vogel. Ziel sei es gewesen, "schnell und erfolgreich zu helfen", fügte Vizekanzler Infrastrukturminister Hubert Gorbach (B) hinzu, nachdem er sich selbst ein Bild von den Fortschritten an der Strecke gemacht hatte. In der Küstenregion Sri Lankas sei ein funktionierendes Schienennetz von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Der Bundesregierung sei es in Zusammenarbeit mit den ÖBB daher ein Anliegen gewesen, Soforthilfe zu leisten, sagte Gorbach.

(apa/red)

8.6.2005 08:37