Dienstag, 7. Juni 2005

Autowerkschließungen in USA: General Motors will bis 2008 25.000 Stellen streichen

  • Jährliche Kostensenkungen von 2,5 Mrd. Dollar geplant
  • Produktion wird auf fünf Millionen Autos im Jahr reduziert

Nach der Sparrunde bei der deutschen Konzerntochter Opel setzt der US-Autobauer General Motors (GM) nun auch im eigenen Land den Rotstift an. Konzernchef Rick Wagoner kündigte auf der jährlichen Aktionärsversamlung in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware an, dass bis zum Jahr 2008 in den USA mindestens 25.000 Stellen abgebaut werden sollten. GM will damit pro Jahr rund 2,5 Mrd. Dollar (etwa zwei Mrd. Euro) einsparen. Geplant ist die Schließung mehrerer Fabriken. Die Krise beim weltgrößten Autobauer hatte sich in den vergangenen Monaten weiter zugespitzt.

Von den angekündigten Jobstreichungen sind rund 14 Prozent der Gesamtbelegschaft von 180.000 Mitarbeitern in Nordamerika betroffen. Mit dem Sparpaket will das GM-Management die massiven Probleme der dortigen Sparte beheben, die im ersten Quartal einen Verlust von 1,3 Mrd. Dollar eingefahren hatte. Der Marktanteil von GM in den USA sank binnen eines Jahres von 26,3 Prozent auf 25,2 Prozent.

Wagoner sprach von einer "schwachen Leistung" des Bereichs. Die die Kostenreduzierung solle nun durch volle Ausschöpfung der Produktionskapazitäten beschleunigt werden. Außerdem gehe es um eine Qualitätsoffensive. Weitere Details nannte der Konzernchef zunächst nicht.

Experten bemängeln, dass GM in Nordamerika zu sehr am Markt vorbei produziere. Wegen der hohen Spritpreise war der Verkauf der sportlichen Geländewagen (SUVs) zuletzt stark zurückgegangen. GM in den USA leidet außerdem unter hohen Ausgaben für die unternehmenseigene Krankenversicherung, die Jahr für Jahr Milliardenbeträge verschlingt. Wagoner sagte, er wolle in Verhandlungen mit der Gewerkschaft UAW erreichen, dass der Nachteil abgebaut werde, den GM in diesem Bereich gegenüber der Konkurrenz habe.

Im vergangenen Jahr hatte General Motors bereits die europäischen Töchter Opel und Saab zu massiven Einsparungen verpflichtet. Dabei standen zunächst auch die Standorte in Deutschland auf dem Prüfstand. Bei Opel hatten sich Arbeitnehmervertreter und GM dann nach monatelangen Verhandlungen im März endgültig auf eine Sicherung für die Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis zum Ende des Jahrzehnts verständigt. Dabei sollen bis 2007 rund 9500 und damit rund ein Drittel aller Stellen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es zunächst nicht geben. Die Belegschaft musste aber auch Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit machen. (apa/red)

7.6.2005 17:32