Asien-Gruppen: Japan und Iran sind als erste Teams für die WM 2006 qualifiziert!
- 2:0-Erfolg für Japan gegen Nordkorea in Bangkok
- Auch Südkorea und Saudi-Arabien sind in Deutschland
Mit Japan, Iran, Südkorea und Saudi-Arabien haben sich am Mittwochabend vier Asien-Vertreter als erste Teams neben Gastgeber Deutschland für die Fußball-WM-Endrunde 2006 qualifiziert. In allen vier Ländern herrschte danach Freudenstimmung, wobei am ausgelassensten in Teheran nach dem 1:0-Triumph über Bahrain gefeiert wurde.
In der Zehn-Millionen-Metropole jubelten Hunderttausende Fans über die dritte WM-Teilnahme nach 1978 und 1998. "Deutschland, wir kommen!" und "Iran, Iran!" hallte es durch alle Straßen und Gassen. Sogar der scheidende Staatschef Mohammad Khatami nahm an den Feiern teil und übergab den Spielern ihre Qualifikations-Prämie.
Zahlreiche Frauen legten die obligatorischen Kopftücher und Schleier ab, tanzten ausgelassen in der ganzen Stadt und protestierten so auf ihre Weise gegen die Islamische Republik. In den meisten Großstädten kam durch die Feiern der Fans der Verkehr zum Erliegen.
"Jetzt können wir der Welt beweisen, dass wir auch mit der Weltelite mithalten können", lautete der erste Kommentar von Superstar Mehdi Mahdavikia. "Es ist für mich besonders schön, meine zweite WM in Deutschland zu spielen", sagte der Profi vom Hamburger SV, der auch schon 1998 in Frankreich dabei war und beim historischen 2:1-Sieg über die USA das vorentscheidende 2:0 gegen den politischen Erzrivalen erzielt hatte.
Und Irans kroatischer Teamchef Branko Ivankovic sprach sogar von der "besten iranischen Fußball-Generation aller Zeiten". Wir fahren nicht nach Deutschland, um an der WM teilzunehmen, sondern wollen dort auch etwas erreichen", betonte Ivankovic und kündigte lautstark an: "Unterschätzt uns nicht, denn wir können alle schlagen!"
Autokorsos in Saudi-Arabien
Auch in Saudi-Arabien gab es nach dem Erreichen des WM-Zieles diesmal kein Halten mehr. In allen Großstädten des Landes fuhren die sonst oft von strengen islamischen Religionspolizisten unterdrückten jungen Saudis nach dem 3:0-Sieg ihrer Nationalelf über Usbekistan bis in die frühen Morgenstunden jubelnd in Autokorsos umher. Sie schwenkten dabei die grüne Nationalfahne und Bilder von Angehörigen der Königsfamilie.
"Die Saudis können wieder erhobenen Hauptes gehen", schrieb die Sportzeitung "Al-Rijadija" in Anspielung an das Debakel bei der WM 2002 in Südkorea/Japan. Damals waren die Araber nach drei Spielen ausgeschieden, ohne ein Tor erzielt zu haben. Die 0:8-Schmach gegen Deutschland lag seither wie ein Schatten über dem Selbstbewusstsein der Wüstensöhne. Nun sehen sie optimistischer nach vorn. "Wir werden in Deutschland ehrenvoll auftreten", zitierten lokale Medien Prinz Sultan nach der vierten Endrunden-Qualifikation.
Südkorea feiert Qualifikation bei Sonnenaufgang
In Südkorea schlugen sich die Anhänger die Nacht um die Ohren, um den 4:0-Sieg ihrer Lieblinge in Kuwait frühmorgens live im Fernsehen verfolgen zu können. In Seoul hatten Cafés und Lokale bis zum Sonnenaufgang geöffnet, um die entscheidende Partie, die am Ende die siebente WM-Teilnahme brachte, auf Großfernsehern zu zeigen. Und Japans Kicker wurden bei der Rückkehr vom 2:0 über Nordkorea und dem drittem WM-Start in Serie von hunderten Fans am Flughafen Tokio begeistert empfangen.
| Tabelle: | ||||||||
| 1. | Iran | 5 | 4 | 1 | 0 | 6:1 | 13 | * |
| 2. | Japan | 5 | 4 | 0 | 1 | 7:3 | 12 | * |
| 3. | Bahrain | 5 | 1 | 1 | 3 | 2:4 | 4 | |
| 4. | Nordkorea | 5 | 0 | 0 | 5 | 2:9 | 0 | |
* für WM-Endrunde 2006 in Deutschland qualifiziert
(apa)
