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Michael Schumacher übt sich nach der bisher desaströs verlaufenen Formel-1-WM-Saison bereits in Geduldsspielen und Durchhalteparolen. "Ich weiß nicht, wie lange das dauern wird. Aber dass wir das schaffen, da bin ich mir sicher", sagte der abgehängte Weltmeister vor dem GP von Kanada.
Auch vor den Überseerennen in Montreal und Indianapolis ist der 36-Jährige skeptisch. "Es gibt jetzt nicht unbedingt einen großen Grund viel euphorischer zu sein als in den vergangenen Rennen. So viel hat sich bei uns auch nicht getan", sagte Schumacher.
Wiewohl der Deutsche an die Rückkehr auf die Siegerstraße noch in diesem Jahr glaubt. "Da bin ich mir sicher." Dass er bei dem Grand Prix auf der Ile Notre Dame im St.-Lorenz-Strom seiner Rekordliste eine neue Bestmarke hinzufügen kann, nämlich als erster Formel-1-Pilot einen Grand Prix zum achten Mal zu gewinnen, interessiert ihn eigentlich nur wenig: "Auf der anderen Seite: In der Situation, in der wir uns befinden, versuchen wir jeden Strohhalm zu nehmen, um die Hoffnung nicht schwinden zu lassen."
Todt will im Qualifying nach vorne
Als größtes Problem in diesem Jahr hat sich für die Scuderia das Qualifying erwiesen. "Wenn wir einmal vorne stehen, werden die Rennen sicher anders verlaufen", meinte Ferrari-Direktor Jean Todt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir bald in den ersten zwei Startreihen stehen werden, und dann könnte es ganz anders laufen."
Lediglich in Bahrain stand Schumacher in der ersten Reihe, schied dann im Rennen aber aus. Ansonsten fanden sich er und Barrichello in der Startaufstellung meist im Mittelfeld oder ganz hinten wieder. Von dort nach ganz vorn zu fahren war bisher unmöglich. In Imola schaffte es Schumacher immerhin noch, von Startplatz 13 aus mit Rang zwei am Ende das beste Saisonergebnis zu erzielen.
Reifen geben noch immer zu denken
Vor allem die Bridgestone-Reifen wurden als Ursache ausgemacht. Sie erwiesen sich im Rennen als zuverlässig, so dass Schumacher in Imola und in Monaco die schnellste Rennrunden fuhr. In der Qualifikation kommen sie aber nicht schnell genug auf Touren. "Die Regel, dass man im Qualifying und Rennen mit demselben Reifensatz bestreiten muss, ist hart. Wir haben diese Regel ziemlich konservativ interpretiert, aber dafür bezahlen wir jetzt im Qualifying", sagte Todt. Barrichello glaubt: "Wir müssen die richtige Balance zwischen Qualifikation und Rennen finden."
Schumacher warnt allerdings davor, nur die Reifen als Ursache für die Krise anzusehen. "Die Formel 1 wird nicht durch eine spezifische Situation gewonnen oder verloren", sagte er. "Es sind immer Detailarbeiten. Es müssen immer Dinge ineinander greifen."
(apa)
