Formel 1 zieht in den Westen: In Montreal und Indy kann WM-Vorentscheidung fallen!
- Räikkönen: "Irgendwann wird Glück Alonso verlassen"
- Christian Klien gibt in Kanada sein Renn-Comeback
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Nach Kanada-Rennen:
Seit neun Rennen sieglos
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"Ich lasse es lieber"
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Nach Räikkönens Crash Reifenregeln in der Kritik
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·Endstand der Formel
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Wertungen bei Fahrern und Konstrukteuren 2006
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Die Formel 1 fährt mit Vollgas in den Westen. Der Grand Prix auf dem Nürburgring mit dem spektakulären Crash von Kimi Räikkönen ist zwei Wochen her, nun stehen innerhalb von nur acht Tagen die zwei Übersee-Rennen in Montreal (Sonntag) und eine Woche darauf in Indianapolis (19. Juni) an. Renault-Pilot Fernando Alonso führt nach vier Siegen in bisher sieben WM-Läufen klar mit 59 Punkten vor Räikkönen und Toyota-Pilot Jarno Trulli (je 27) und ist auch in Kanada Favorit, die Rennen in Nordamerika können also eine Vorentscheidung bringen.
Den Titelkampf gibt Räikkönen aber trotz seines jüngsten Pechs nicht auf. Zwar hat er vor dem achten Saisonlauf am Sonntag (Start: 19.00 Uhr MESZ) schon 32 Zähler Rückstand auf Alonso, ist sich aber sicher: "Früher oder später wird das Glück Alonso verlassen. Dann schlägt unsere Stunde", sagte er dem Fachmagazin "Motorsport aktuell". Auf Alonsos Schultern liege nun die ganze Last. "Wir können gewinnen, Alonso kann nur verlieren", meinte der McLaren-Mercedes-Pilot. Die Aufregung um seinen Nürburgring-Unfall versteht er nicht. "Ich bereue nichts. Ich würde alles wieder genauso machen", betonte der Finne.
Ganz anders liegt der Fall bei Michael Schumacher. Als erster F1-Pilot könnte er zum achten Mal ein Rennen auf ein und derselben Strecke gewinnen. Aber: Der Deutsche wartet seit acht Rennen auf einen Erfolg - das ist die längste Durststrecke seit seinem Wechsel zur Scuderia 1996. Dennoch werden ihm gute Chancen auf dem Circuit Gilles Villeneuve gegeben, da die Strecke auf der Ile de Notre Dame im St.-Lorenz-Strom der Charakteristik des Kurses in Imola ähnelt. Dort holte Schumacher mit Platz zwei sein bisher bestes Saisonergebnis.
Reifendiskussion: Mosley weist Kritik von Ralf Schumacher zurück
Die durch Räikkönens Abflug am Nürburgring bei Tempo 310 km/h ausgelöste Diskussion um die Reifenregeln verstummt nicht. "Das Reglement kann lebensgefährliche Folgen haben", meinte etwa Toyota-Pilot Ralf Schumacher. Das wies FIA-Chef Max Mosley zurück: "Die Unterstellung, ein Reifen, der einen Grand Prix lang halten muss, sei grundsätzlich gefährlich, ist kompletter Unsinn."
Österreich ist im 37. Kanada-Grand-Prix und in Indy mit Christian Klien (Red Bull Racing) und Patrick Friesacher (Minardi) vertreten, Alexander Wurz wird in Nordamerika von Pedro de la Rosa als McLaren-Freitagtester vertreten. Klien gibt auf dem Bremsen mordenden Villeneuve-Kurs sein Comeback und darf sich offensichtlich nun auf einen längerfristigen Einsatz freuen. Zudem funktionierten die RB-Renner zuletzt in Nürburgring ausgezeichnet. Ohne die Durchfahrtsstrafe hätte David Coulthard wohl den ersten Podestplatz für das Austro-Team geholt.
Klien mit Qualifying-Nachteil in Kanada
Auch der Vorarlberger mag die entspannte Stadt mit Europa-Flair ("Die großen Shopping Malls sind beeindruckend") und den Insel-Kurs, zu dem die Fans öffentlich anreisen können. Klien schlug hier im Vorjahr seinen Jaguar-Teamkollegen Mark Webber im Qualifikationstraining und wurde - nach einigen Disqualifikationen wegen illegaler Bremsbelüftungen - Neunter im Rennen.
"Ich freue mich in erster Linie darauf, endlich wieder zu fahren", betont Klien, der aber in Kanada einen großen Startnachteil hat. Weil ihn der Italiener Vitantonio Liuzzi zuletzt im Renncockpit ersetzt hatte, muss er im Qualifying als erster auf die Piste. "Der Belag ist neu und hat kaum Grip. Deshalb ist das sicher ein Nachteil. Ich werde trotzdem versuchen, im Rennen so nahe wie möglich an die Punkte heranzufahren."
(apa)
