Fußball: Kuranyi-Wechsel von Stranzl-Klub Stuttgart zu Schalke unter Dach und Fach
- Vertrag in Gelsenkirchen bis 2010 - Kritik zum Abschied
- Stuttgart sucht nach größtem Transfer Stürmer & Trainer
Mit herber Kritik am VfB Stuttgart, Klub des österreichischen Teamspielers Martin Stranzl, hat sich Kevin Kuranyi nun endgültig zum FC Schalke 04 verabschiedet. Beide Vereine bestätigten am Sonntag nach wochenlangen Spekulationen den Wechsel des deutschen Fußball-Teamstürmers, der beim Vizemeister einen Vertrag bis 2010 erhält. Kuranyi nutzt für eine fest geschriebene Ablösesumme von knapp sieben Millionen Euro eine Ausstiegsklausel aus seinem bis Mitte 2008 laufenden Vertrag.
Trotz des größten Transfer-Erlöses der VfB-Vereinsgeschichte begleiten Misstöne den Weggang des 23-Jährigen: Kuranyi , der in 99 Bundesliga-Spielen für die Schwaben 40 Treffer erzielte, klagte über ein mangelndes Engagement der Stuttgarter Vereinsführung, ihn doch noch zu halten.
"In den letzten Wochen kam nicht ein Anruf vom Präsidium. Keiner hat mir gezeigt, dass man mich halten will. Ich war für einige Tage bei der Nationalmannschaft, da hätten wir ja nochmal miteinander reden können", sagte er der "Bild am Sonntag". Doch keiner habe gezeigt, "dass man mich halten will. Das hat mich sehr enttäuscht."
Klub-Präsident Erwin Staudt zeigte sich irritiert darüber, dass Schalke den VfB erst am Samstagmittag über eine Kontaktaufnahme informiert und Kuranyi ihn dann am Abend vom Wechsel unterrichtet habe. "Überraschen kann mich in diesem Geschäft langsam gar nichts mehr. Ich nenne das eher rationelles Arbeiten. Aber es ist schon bemerkenswert, dass in ein paar Stunden so ein umfangreiches Vertragswerk ausgehandelt werden kann." Das Verhältnis der beiden Vereine ist belastet, seitdem Schalke den damaligen VfB-Trainer Felix Magath sowie die Spieler Andreas Hinkel und Kuranyi ins Ruhrgebiet locken wollte. Im vergangenen Jahr hatten die "Königsblauen" bereits Stuttgarts brasilianischen Abwehrchef Marcelo Bordon verpflichtet.
Die VfB-Verantwortlichen stehen nun unter Druck, soll das Erfolgsmodell der "jungen Wilden" weiterhin Bestand haben. Briem kündigte zwar die Verpflichtung eines Stürmers von "internationaler Klasse" an, doch nach der Trennung von Matthias Sammer muss der Klub erst einmal einen neuen Trainer finden. Zu den Kandidaten zählt auch GAK-Coach Walter Schachner.
Schalke kann nach den ablösefreien Mittelfeldakteuren Zlatan Bajramovic von Absteiger SC Freiburg und DFB-Teamspieler Fabian Ernst (SV Werder Bremen) bereits den dritten hochkarätigen Neuzugang vermelden. Über die Zukunft des abwanderungswilligen Ailton ist noch nichts entschieden. "Noch ist er nicht weg. Aber wir sind nicht bereit, ihn weg zu lassen", erklärte Schalke-Teammanager Andreas Müller.
(apa)
