Dramatisches Finish bei Tour de Suisse: Gonzalez holt auf letzter Etappe Gesamtsieg
- Spanier verhindert am Schlusstag Erfolg von Rogers
- Österreicher Totschnig verlor Platz in den Top 10
·3 Österreicher fix bei Tour de France
Totschnig, Wrolich, Eisel. PLUS: Die Tour de Suisse
Der Spanier Aitor Gonzalez hat sich am Sonntag als Gewinner der Königsetappe der Tour de Suisse auch zum Gesamtsieger gekürt. Der Vuelta-Gewinner von 2001 schnappte dem Australier Michael Rogers am Schlusstag den ersten Platz weg, verwandelte auf der Drei-Pässe-Fahrt der neunten Etappe um Ulrichen einen Rückstand von 36 Sekunden in ein Guthaben von 22 Sekunden auf den Zeitfahr-Weltmeister. Georg Totschnig büßte bei der Tour-de-France-Generalprobe mit mehr als vier Minuten Rückstand seinen Top-Ten-Rang knapp ein.
Nach der Fahrt über Nufenen und Gotthard fiel auf dem 2.431 Meter hohen Furka-Pass die Vorentscheidung. Der viertplatzierte Gonzalez attackierte aus der Gruppe von Rogers und kletterte virtuell ins Gelbe Trikot. Doch Rogers konterte, ließ Jan Ullrich hinter sich, schloss zur ersten Verfolgergruppe auf und machte mit Frank Schleck, Chris Horner, Daniel Atienza und Koldo Gil Jagd auf den Spitzenreiter aus dem Baskenland.
Doch gegen dessen Kletter-Qualitäten war der "Aussie" diesmal chancenlos. Rund eine Minute betrug der Vorsprung des Euskaltel-Profis Gonzalez auf der Passhöhe, nach der langen Abfahrt rettete er 48 Sekunden auf den enttäuschten Rivalen ins Ziel.
Totschnig vermochte wie schon auf früheren Abschnitten bei Tempoverschärfungen nicht mitzuhalten, der Gerolsteiner-Kapitän riss auf der Furka-Steigung ab und fuhr fortan sein eigenes Tempo. Sorgen um seine Form im Hinblick auf die am 2. Juli beginnende Tour de France macht sich der Zillertaler nicht, er ist heuer nach Erkrankungen im Frühjahr noch nicht so weit wie im Vorjahr, als er eine TdS-Etappe gewonnen hatte.
Peter Luttenberger muss die Tour de France hingegen aus der Ferne verfolgen. Der Steirer, der im heurigen Giro seine eigenen Erwartungen nicht erfüllt hat, erhält keinen Platz im dänischen CSC-Team. Auch die Österreich-Rundfahrt werde er eher nicht fahren, erklärte Luttenberger am Sonntag als Co-Kommentator der Tour-de-Suisse-Übertragung im DSF. "Ich habe ein großes Programm hinter mir und brauche eine Pause", sagte der Wahl-Monegasse.
Luttenberger hatte in den vergangenen Tagen die Fünf-Etappenfahrt Ster Elektrotoer bestritten (Gesamt-70. mit 34:00 Rückstand), um sich nach einer Pause wieder an den Rennrhythmus zu gewöhnen. Als mögliches Alternative zu der am 4. Juli beginnende Österreich-Rundfahrt nannte er die Sachsen-Tour (20.-24. Juli).
Ergebnisse vom Schlusstag der 69. Tour de Suisse:
1. Aitor Gonzalez (ESP/Euskaltel) 3:03:52
2. Frank Schleck (LUX/CSC) 0:46 zurück
3. Daniel Atienza (ESP/Cofidis) 0:48
4. Michael Rogers (AUS)
5. Chris Horner (USA)
6. Leonardo Piepoli (ITA), alle gleiche Zeit
7. Beat Zberg (SUI) 1:42
8. Alexandre Moos (SUI)
9. Tadej Valjavec (SLO)
10. Koldo Gil (ESP), alle gleiche Zeit
13. Georg Totschnig (AUT/Gerolsteiner) + 4:08 Min.
32. Gerrit Glomser (AUT/Lampre-Caffita) 10:35
55. Peter Wrolich 20:28
86. Rene Haselbacher (beide AUT/Gerolsteiner) 25:12
Schlussklassement:
1. Aitor Gonzalez (ESP/Euskaltel) 33:08:51
2. Michael Rogers (AUS/Quick.Step) 0:22 zurück
3. Jan Ullrich (GER/T-Mobile) 1:36
4. Frank Schleck (LUX) 1:41
5. Chris Horner (USA) 2:02
6. Koldo Gil (ESP) 2:49
7. Beat Zberg (SUI) 3:47
8. Bradley McGee (AUS) 4:13
9. Tadej Valjavec (SLO) 4:28
10. Leonardo Piepoli (ITA) 6:01
11. Alexandre Moos (SUI) 6:17
12. Totschnig 6:23
48. Glomser 41:30
60. Wrolich 55:43
75. Haselbacher 1:10:33
Punktewertung:
1. Bradley McGee (AUS/Francaise des Jeux) 42 Punkte
2. Haselbacher 39
Bergwertung:
1. Roberto Laiseka (ESP/Euskaltel)
(apa/red)
