Mittwoch, 8. Juni 2005

Zahlen auf dem Tisch: Vier EM-Stadien kosten unter dem Strich 140 Mio. Euro!

  • Verträge für Salzburg und Innsbruck unterzeichnet
  • Schweitzer: "Bund erledigte seine Hausaufgaben"

Am Dienstag wurde in Wien nicht nur das offizielle Logo für die Euro 2008 präsentiert, sondern auch das "Finale" in Sachen Förderverträge für den Aus- und Umbau des Salzburger und Innsbrucker Stadions absolviert. Sportstaatssekretär Karl Schweitzer, ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sowie die Vertreter der betreffenden Länder, Gemeinden und Städte unterzeichneten die Kontrakte. Mit Wien und Klagenfurt waren die entsprechende Dokumente schon früher unterschrieben worden.

"Die Verhandlungen waren nicht sehr einfach, aber wir haben letztlich alles getan, um sie rechtzeitig unter Dach und Fach zu bringen", sagte Schweitzer sichtlich erleichtert. Der Bund habe seine Hausaufgaben erledigt, alle wesentlichen Vorarbeiten geleistet. "Uns ist es ein Anliegen, dass die Euro optimal vorbereitet und organisiert wird. Der Bund wird den Ländern und Gemeinden jegliche Unterstützung leisten", betonte der BZÖ-Politiker.

Mit den Unterschriften ist die Finanzierung für die 13. EM-Endrunde im Juni 2008 gesichert. Der Bund steuert für den Aus-, Umbau, die Adaptierung und Errichtung aller Nebenanlagen wie Trainingsstätten insgesamt rund 60 Mio. Euro bei. Die Gesamtkosten, mit denen in Österreich alle vier Stadien EM-tauglich gemacht werden, beträgt 140 Millionen Euro. Für Wals-Siezenheim (Kapazität 32.700 Plätze) werden 24 Mio., für Innsbruck-Tivoli (30.000/je drei Spiele) 30 Mio. Euro aufgewendet werden.

In Tirol erhöhte sich der finanzielle Aufwand für den Um- bzw. Rückbau seit der Ausschreibung um etwa sechs Millionen. Den Anstieg erklärte Robert Pelousek, der Leiter der Sektion Sport im Bundeskanzleramt, mit den inzwischen um 100 Prozent gestiegenen Stahlpreisen. "Innsbruck ist früher errichtet worden und noch verschweißt, Salzburg hingegen ist moderner und jünger, mit Verschraub-Technik gebaut worden."

Stadion Klagenfurt kostet 66 Millionen
Die Baukosten für das einzige neu zu errichtende EM-Stadion in Klagenfurt (drei Spiele) mit 30.000 Sitzplätzen belaufen sich laut Pelousek auf 66 Mio. Euro. "Da ist aber der gesamte Freizeitpark-Komplex mit Fußball-Akademie etc dabei." In die Adaptierung des Happel-Ovals (50.000 Zuschauer/sieben Spiele) im Wiener Prater, wo auf der Laubahn u.a. zusätzliche Zuschauer-Tribünen aufgebaut werden, fließen 18 Mio. Euro.

Die 13. Fußball-Europameisterschaft mit 16 teilnehmenden Mannschaften bringt für die Gastgeberländer eine Wertschöpfung von etwa 600 Mio. Euro und 14.000 Arbeitsplätze. Jedes der 31 Spiele im Sommer 2008 wird im Fernsehen weltweit von über 150 Millionen Menschen verfolgt werden. Mit dem am Dienstag präsentierten Logo für die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt werden ab nun Österreich und die Schweiz werblich verstärkt über den Kontinent hinausgetragen. (apa)

8.6.2005 11:26