Mittwoch, 8. Juni 2005

Es geht ins heiße Finale: Detroit Pistons gegen San Antonio Spurs um den NBA-Titel

  • Defensiv-Spezialisten mit begnadeten Einzelspielern
  • Texaner sind in "best of seven"-Serie leichter Favorit

Mit den Detroit Pistons und den San Antonio Spurs treffen am Donnerstagabend (Ortszeit) die beiden besten Defensiv-Teams der National Basketball Association (NBA) im ersten Finalspiel in Texas aufeinander. Die Spurs gelten als leichter Favorit, haben in den ersten beiden Partien Heimvorteil - doch die "Bad Boys" aus der Automobil-Metropole ließen in der laufenden Saison schon einige, vermeintlich stärkere Gegner alt aussehen. Die Fans dürfen sich jedenfalls auf eine enorm spannende Final-Serie ("best of seven") freuen.

Während die "Sporen" aus dem heißen Südwesten die ganze Saison über ihre Gegner fast nach Belieben dominierten, mussten die Titelverteidiger aus Detroit um jeden Sieg hart kämpfen. Denn für alle Teams galt schließlich die Devise: "Beat the Champs!" "Charakter und Stolz" sind laut Pistons-Coach Larry Brown die Ingredienzen für den Erfolg seiner Truppe. Die "starting five" beinhaltet sämtliche Spielertypen: Chauncey Billups, Motor und Hirn der Mannschaft; Richard Hamilton, unauffälliger Top-Scorer; Ben Wallace, gnadenloser Rebounder; Tayshaun Prince, unberechenbarer Linkshänder und gefürchteter Verteidiger - und Enfant terrible Rasheed Wallace, der wieder einmal die meisten technischen Fouls der gesamten Liga erhielt.

Garniert mit einigen wichtigen Rollenspielern, die von der Bank kommen, hat Brown ein kompaktes, eingespieltes Team zur Verfügung, das im Vorjahr in identischer Besetzung den Titel holte. Angst kennen Billups & Co nicht - Respekt vor den Spurs wäre aber mehr als angebracht. Denn die Texaner waren sowohl in der "regular season" als auch in den Playoffs von keinem Gegner zu halten. Zu Beginn der Meisterschaft stotterte der Motor noch ein wenig, einige Stars wurden von Verletzungen geplagt, doch Head-Coach Gregg Popovich hielt an seinen Schlüsselspielern fest.

Spurs mit "Big Man" Tim Duncan
Tim Duncan ist nicht nur körperlich der größte Spieler der Spurs. Der 2,15 Meter lange Center gilt seit Jahren als bester "Big Man" der Liga und ist sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung die zentrale Schaltstelle. Rund um den Riesen von den Virgin Islands hat Popovich eine Truppe internationaler Ballartisten geschart. Allen voran die Guards Manu Ginobili, Olympiasieger 2004 mit Argentinien, und Tony Parker aus Frankreich. Die beiden Aufbauspieler waren die gesamte Saison über in bestechender Form. Damit dürfte das Duell zwischen Ginobili und Tayshaun Prince zu einem echten Highlight werden.

Viel wird von Forward-Veteran Robert Horry und Center Nazr Mohammed abhängen. Wenn sie es schaffen, Tim Duncan unter den Körben zu entlasten, wird Detroit beim Rebound große Mühe haben. Ersatzmann Rasho Nesterovic aus Slowenien kann im Notfall 2,15 Meter und 120 Kilo in die Waagschale werfen. Die Bilanz der beiden Saisonduelle ist übrigens ausgeglichen: Einmal gewannen die Spurs 80:77, einmal die Pistons 110:101.

Detroit brauchte sieben Spiele - San Antonio nur fünf
Im Gegensatz zum Team aus Michigan rasten die Spurs - Champion der Jahre 1999 und 2003 - förmlich ins Endspiel, bezwangen in Runde eins die Denver Nuggets 4:1, anschließend die Seattle Sonics mit 4:2. Besonders beeindruckend und unerwartet war schließlich das 4:1 im Conference-Finale gegen das Offensiv-Feuerwerk der Phoenix Suns. Schwerer taten sich die Pistons: Nach dem klaren Auftaktsieg gegen die Sixers aus Philadelphia (4:1), gab es gegen die Indiana Pacers einen harten Kampf (4:2), gefolgt vom 4:3 gegen die favorisierten Miami Heat.

Auf der Homepage der NBA werden die Fans bereits eifrig nach dem Ausgang der Finals befragt - das Ergebnis: San Antonio wird "Meister", und zwar in sechs oder sieben Spielen. Doch die "bösen Buben" aus Detroit lieben ihre Rolle als Underdogs. Man muss also kein Prophet sein, um eine heiße, hart umkämpfte Serie vorauszusagen. (apa)

8.6.2005 10:58