Dienstag, 7. Juni 2005

Noch genau drei Jahre bis zur EURO2008: ÖFB-Chef Stickler sieht die EM optimistisch

  • Stickler im Interview: "Frühes Aus bei EURO wäre fatal"
  • Keine Aussage zu Teamchef: "Auf Spiele konzentrieren"

Der Countdown für die Euro 2008 in Österreich und der Schweiz hat am Dienstag einen markanten Punkt erreicht. Jetzt sind es nur noch genau drei Jahre, 1.092 Tage oder 26.208 Stunden bis zum Anpfiff. Die APA bat ÖFB-Präsident Friedrich Stickler zu einem Interview, in dem er über den Stand der Vorbereitungen, die Teamchef-Frage, seine Erwartungen etc. Stellung nahm und auch seine Wünsche deponierte.

APA: Die EM 2004 in Portugal war ein tolles Fußball-Fest, können Österreich und die Schweiz ebenfalls eine solche Euphorie erzeugen?

Stickler: "Ich gehe davon aus, dass es uns gelingen wird. Es ist natürlich eine hohe Latte, die die Portugiesen und die UEFA uns gelegt haben. Aber ich spüre und habe das schon nach der Auslosung empfunden, dass eine unglaubliche Begeisterung im Lande war. Wir haben die eine oder andere Schwierigkeit hinter uns gebracht mit Stadien und mit Standorten, die Probleme sind nun aber endgültig ausgestanden. Heute ist der Tag, an dem wir ganz positiv in die Vorbereitungen für die Euro gehen. Wir werden alles tun, damit wir diese Atmosphäre des Fußball-Fests auch in Österreich und der Schweiz haben werden."

APA: Zuletzt hat man gehört und gelesen, dass der Um- und Rückbau des Tivoli-Stadions um sieben Mio. Euro mehr kostet als veranschlagt. Ist das richtig und wie sieht die Situation der anderen österreichischen Arenen aus?

Stickler: "Es hat auf Grund von Preissteigerungen eine Kostenerhöhung gegeben. Ich kann aber sagen, dass die Förderverträge für die beiden Standorte Salzburg und Innsbruck am Dienstag im Vorfeld unsere EM-2008-Logo-Präsentation unterschrieben werden. Wir werden eine ordentliche EM abliefern. Wir werden gute, aber keine luxuriösen Stadien haben."

APA: Was liegt Ihnen drei Jahre vor EM-Beginn besonders am Herzen und was wünschen Sie sich bis zum Auftakt im Sommer 2008?

Stickler: "Wir wollen die Fans, die Zuschauer, nicht als Passagiere, sondern sie sollen Akteure sein. Sie sollen dieses Turnier mitleben, Teil des Fußball-Festes sein. Das muss man jahrelang vorbereiten. Das geschieht nicht so einfach, darum muss man sich bemühen. Nachdem wir die organisatorischen Probleme ausgeräumt haben, wünsche ich mir, dass wir eine positive Stimmung aufbauen, dass wir uns als Österreicher auf diese EM zu freuen beginnen. Jetzt soll die Phase der Vorfreude beginnen. Denn so etwas werden wir alle nicht mehr so oft erleben. Es muss gelingen, diesen Geist ins Land zu tragen. Ich wünsche mir, dass wir mit den Vorbereitungen so gut wie in den vergangenen Monaten vorankommen. Und sportlich wünsche ich mir, dass wir mithalten können und uns so präsentieren, wie sich das die Fans erwarten. Das heißt, nicht in der Gruppen-Phase ausscheiden."

APA: Gibt es in ihrem Hinterkopf die Angst vor einer sportlichen Blamage bei der Heim-EM?

Stickler: "Ich habe keine Angst, wir haben eine derartig große Chance, 2008 für den österreichischen Fußball etwas Positives zu bewegen, das über das Veranstalten weit hinaus geht. Wir haben den besten Fußball Europas vor der Türe. Es wäre fatal, wenn wir dabei nicht mitspielen könnten und in der Vorrunde sang- und klanglos rausfliegen. Das wäre sehr, sehr schlecht für unseren Fußball. Wir müssen alles tun, um uns entsprechend vorzubereiten. Wir haben vom Bundesliga-Präsidenten und den Vereinsvertretern sehr positive Signale erhalten, dass wir auf diesem Weg unterstützt werden."

APA: Das ÖFB-Team hat zuletzt mit zwei Siegen gegen Wales die Vorgaben in der WM-Qualifikation erfüllt. Wie sieht die Zukunft des Teamchefs aus, wann wird es eine Entscheidung geben? Hans Krankls Vertrag läuft mit dem letzten Gruppenspiel aus.

Stickler: "Wir werden gegen Ende der Qualifikation mit dem Teamchef Gespräche führen. Vorher gibt es dazu wenig zu sagen. Wir haben das so besprochen und ich gehe davon aus, dass wir uns jetzt auf die Spiele konzentrieren und alles andere beiseite lassen."

APA: Wenn die nächste Partie am 3. September in Polen verloren geht, dann ist ja die Teilnahme in ganz weiter Ferne. Machen Sie sich für diesen Fall schon ihre Gedanken?

Stickler: "Ich glaube wir bleiben dabei, die Qualifikation geht dann sehr schnell dem Ende zu. Wir werden so wie wir uns das ausgemacht haben, in der letzten Phase der Qualifikation über die Zukunft sprechen. Ich möchte alles vermeiden, was uns in dieser Qualifikation irritiert, der Teamchef hat einen Vertrag bis Jahresende. Es wäre sehr unklug, über irgendetwas zu spekulieren. Ich möchte, dass sich Mannschaft und Teamchef völlig ungestört auf diese wichtigen Spiele konzentrieren."
(apa)

7.6.2005 15:46