Montag, 6. Juni 2005

EURO '08 nimmt nächste Hürde: Zürcher Bevölkerung stimmt für Umbau des Stadions

  • Über 75 % für Adaptierung des Letzigrund & 11-Mio.-Kredit
  • Drei EM-Spiele sollen in Zürich ausgetragen werden

Ein Entscheid der stimmberechtigten Bevölkerung in Zürich hat einen weiteren Problemfall der Fußball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich beseitigt. Die Zürcher haben den Vorlagen für den Neubau des Letzigrund-Stadions und einem für die EM-Anpassung aufzunehmendem Kredit in Höhe von 11,3 Millionen Schweizer Franken (7,36 Mio. Euro) am Sonntag mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Mit 84.470 Ja- gegenüber 27.630 Nein-Stimmen, also mit 75,34 Prozent, sprachen sich die Zürcher für den 110 Millionen Franken (71,6 Mio. Euro) teuren Neubau des Leichtathletik-Stadions, das jährlich eines der besten Meetings der Welt beheimatet, aus. Dieser wird vorgezogen, nachdem sich der Bau des geplanten Hardturm-Stadions wegen Einsprachen verzögert hatte und im Zeitplan für die EM - gemäß Vereinbarung mit der UEFA müssen die Stadien 2007 bezugsfertig sein - nicht mehr realisierbar ist.

Für die Adaption des Letzigrund, in dem drei EM-Spiele ausgetragen werden sollen, zu einer reinen Fußball-Arena soll nun ein EM-Kredit aufgenommen werden. Auch diesem hat die Zürcher Bevölkerung mit 77.094 zu 33.879 Stimmen klar zugestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei 55 Prozent. Beide Vorlagen waren von vornherein unumstritten, nachdem letztlich auch die Schweizer Volkspartei (SVP) eingelenkt hatte.

Die UEFA hatte den Letzigrund bereits zuvor als EM-Stadion akzeptiert. Jetzt scheint lediglich noch ein Einspruch gegen die vom Stadtrand noch zu erteilende Baubewilligung des Letzigrunds ein Hindernis darzustellen. "Mit dem Ja sind die EM-Spiele gesichert. Wichtig ist jetzt, dass die Bewilligung rasch erteilt werden kann und dass das Stadion im Sommer 2007 fertig ist", sagte Marco Oswald, der beim Schweizer Fußball-Verband (SFV) für die Euro 2008 zuständige Kommunikationschef.

Bereits im November soll mit dem Bau begonnen werden, um alle Fristen einzuhalten. Auch das "Weltklasse"-Leichtathletik-Meeting in Zürich scheint damit auf lange Sicht hin gesehen gesichert.
(apa)

6.6.2005 08:30