Hohe Wahlbeteiligung im Libanon: Aoun von Dschumblatt zum Sieger erklärt!
- "Extremistischen Christen haben über die Gemäßigten gesiegt"
Bei der dritten Runde der Parlamentswahl im Libanon hat der syrien-kritische Drusenführer Walid Dschumblatt das Lager des christlichen Ex-Generals Michel Aoun zum Sieger erklärt. Dschumblatt sagte am Sonntagabend in einer im Fernsehen abgegebenen Erklärung, die "extremistischen Christen haben über die Gemäßigten gesiegt". Zugleich kritisierte Dschumblatt, der Sieg Aouns sei auch ein Sieg des pro-syrischen libanesischen Präsidenten Emile Lahoud und des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.
Das Duell der beiden Politiker und ihrer Anhänger in den Wahlkreisen des Libanon-Gebirges war mit Spannung erwartet worden. Der dritte Durchgang der Parlamentswahlen war härter umkämpft als die ersten beiden. In diesen galten die Sieger jeweils schon vor der Wahl als sicher.
Experten zufolge profitierte Aoun vor allem von einer hohen Wahlbeteiligung der Christen. Die Beteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 54 Prozent im Libanon-Gebirge und war damit der höchste jemals für diese Region gemessene Wert. In der Bekaa-Ebene lag die Beteiligung mit 49 Prozent ebenfalls so hoch wie noch nie seit den ersten Parlamentswahlen, die nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1990 stattgefunden hatten. (apa)
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