Nach fast einem Monat: Italienische Geisel Cantoni wurde in Afghanistan freigelassen!
- Rom: Entwicklungshelferin von CARE geht es gut
- Cantoni war am 16. Mai in Kabul entführt worden
Die vor 25 Tagen in Afghanistan entführte Italienerin Clementina Cantoni ist wieder frei. Die 32-Jährige sei am Donnerstagabend freigekommen, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums in Kabul. Cantoni geht es gut. Sie befindet sich zusammen mit dem italienischen Botschafter in Kabul im afghanischen Innenministerium, bestätigte die Regierung in Rom.
Die Freilassung der Entwicklungshelferin wurde auch von der Familie Cantonis bestätigt. Hunderte von Menschen versammelten sich vor dem Elternhaus der 32-Jährigen, nachdem das italienische Staatsfernsehen die Freilassung verkündet hatte. "Meine Tochter lässt euch grüßen", sagte der Vater der Helferin, Fabio Cantoni. Seine Tochter sei wohlauf. Fabio Cantoni dankte der Regierung in Rom für die Bemühungen bei den Verhandlungen für ein positives Ende der Geiselnahme.
Der italienische Außenminister Fini zeigte sich über die Freilassung Cantonis erfreut. "Wir empfinden wegen des positiven Endes der Geiselnahme enorme Erleichterung", sagte Fini. Auch Staatschef Ciampi, der in den vergangenen Wochen wiederholt für die Freilassung der Helferin plädiert und an die Behörden in Afghanistan appelliert hatte, nahm die Nachricht mit Enthusiasmus auf. Zufrieden erklärte sich auch der italienische Regierungschef Berlusconi.
An der Freilassung der Mailänderin, die am 16. Mai in Kabul entführt worden war, waren die italienischen Geheimdienste aktiv beteiligt. Die Hintergründe der Freilassung blieben jedoch vorerst unklar. Der afghanische Innenminister Jalali betonte, dass man auf die Forderungen der Kidnapper nicht eingegangen sei. Die Geiselnehmer, eine Bande Krimineller ohne politischen Hintergrund um Kidnapperchef Timor Shah, hatte die Freilassung mehrerer Häftlinge in Afghanistan sowie Lösegeld gefordert. (apa)
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