Donnerstag, 9. Juni 2005

"Schlimmste Form": UNO fordert Verbot von Kinderarbeit in Minen & Steinbrüchen

  • Vereinte Nationen fordern Finanzhilfen für Betreiber

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat ein Verbot von Kinderarbeit in Bergwerken und Steinbrüchen gefordert. Minen gehörten zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen auf der Welt, erklärte die UNO-Behörde am Donnerstag in Genf. Diese "schlimmste Form der Kinderarbeit" solle innerhalb der nächsten zehn Jahre verboten werden.

Die UNO-Behörde rief Regierungen, Gewerkschaften und Arbeitgeber zu Finanzhilfen für kleine Minen im Familienbesitz auf, deren Betreiber oft auf die Mitarbeit von Kindern angewiesen seien. Nach Schätzung der ILO arbeiten weltweit mindestens eine Million Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren in Bergwerken und Steinbrüchen, die meisten in Afrika, Lateinamerika und Asien.

Viele der Minen liegen in armen, entlegenen Regionen und werden von Familien oder Dorfgemeinschaften betrieben. "Das sind Orte ohne Lohnabrechnungen, an denen Kinder für ein bisschen Silber in der Erde herumkratzen", sagte ILO-Sprecher David St. John.

Pilotprojekte in Tansania, Niger, der Mongolei sowie in Südamerika hätten gezeigt, dass höhere Investitionen in ländliche Gebiete zu einer Anhebung des Mindestalters für Kinderarbeit führten, erklärte die ILO. Außerdem würden auf diese Weise Sicherheitsstandards verbessert und Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder geschaffen, die ansonsten oft keine Alternative zu gefährlicher und gesundheitsschädigender Arbeit hätten. (apa)

9.6.2005 19:28