Vor 10. Jahrestag des Massakers: 134 Srebrenica-Opfer in Bosnien exhumiert
- Mindestens 50 Tote noch in Massengrab vermutet
Vor dem zehnten Jahrestag des Massakers im bosnischen Srebrenica im kommenden Monat sind aus einem Massengrab die Überreste von 134 Opfern der Gräueltat exhumiert worden. In der Grube beim Dorf Lipje rund 30 Kilometer außerhalb Srebrenicas seien 134 Skelette und dutzende noch nicht zugeordneter Knochen gefunden worden, sagte ein Vertreter der moslemisch-kroatischen Kommission für Vermisste.
Mindestens 50 weitere Opfer würden noch in dem Massengrab vermutet. Die Toten seien von den Tätern vermutlich aus einem großen in das kleinere Grab verlegt worden, um so die Dimension des Massakers zu verschleiern. In Lipje wurden bereits mehrere Massengräber entdeckt. Die Exhumierungen werden kommende Woche fortgesetzt.
In der bosnischen Serbenrepublik tauchten unterdessen Plakate auf, die die Gräueltat von Srebrenica leugnen. "Die Armee der bosnischen Serbenrepublik hat keinen Völkermord an Moslems in Srebrenica begangen", steht auf den am Donnerstag in der Hauptstadt Banja Luka entdeckten Anschlägen, deren Herkunft unklar war.
Auf den Plakaten ist ein Foto des als Kriegsverbrecher gesuchten früheren bosnischen Armeechefs Ratko Mladic abgebildet. Mladic wurde vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag unter anderem wegen Völkermordes angeklagt.
Fast 8000 bosnische Moslems waren von bosnisch-serbischen Soldaten in der unter UNO-Schutz stehenden Stadt ab dem 11. Juli 1995 erschossen worden, wenige Monate vor dem Ende des Krieges. Während des Bosnien-Krieges wurden von 1992 bis 1995 insgesamt rund 200.000 Menschen getötet. (apa)
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