Montag, 20. Juni 2005

"Gefangenenlager eine humane Anstalt!":
Bush prüft Alternativen zu Guantánamo

  • Präsident: "Was wir nicht wollen, ist jemand freilassen"
  • 'Viel über Häftlinge lernen, um Land besser zu schützen'

Die USA prüfen nach den Worten von US- Präsident George W. Bush Alternativen zum umstrittenen Gefangenenlager Guantánamo. "Wir erforschen alle Alternativen, wie wir das Hauptziel erreichen können, Amerika zu schützen", sagte Bush. "Was wir nicht wollen, ist jemanden freizulassen, der dann zurückkommt und uns schadet", sagte er lediglich. Der US-Präsident betonte, in Guantánamo würden die Gefangenen human behandelt: Er könne dem amerikanischen Volk versichern, dass "alle diese Gefangenen in Übereinstimmung mit den Genfer Konventionen behandelt werden".

Bush betonte, bei den Gefangenen in Guantánamo handle es sich um "Terroristen". Es sei im Interesse der US-Nation, "dass wir viel über diese Leute lernen, die immer noch in Haft sitzen, denn wir versuchen immer noch herauszufinden, wie wir unser Land besser schützen können". Alle Vorwürfe von Misshandlungen oder Fehlverhalten in dem Lager würden untersucht, versicherte der Präsident.

Mehrere Politiker und Medien fordern die Schließung des Lagers, darunter auch Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton.

In dem umstrittenen Lager halten die USA seit dreieinhalb Jahren mutmaßliche Mitglieder der afghanischen Taliban-Miliz und des Al- Kaida-Terrornetzwerks fest. Seitdem hat es immer wieder Berichte über Menschenrechtsverstöße gegeben.

Derzeit sitzen in Guantánamo etwa 540 Gefangene aus 40 Ländern ein. In jüngster Zeit war das Lager wegen respektlosen Umgangs des Gefängnispersonals mit dem Koran in die Schlagzeilen geraten. Die Vorfälle hatten gewalttätige Demonstrationen in mehreren moslemischen Staaten ausgelöst.

(apa/red)

20.6.2005 11:32