Freitag, 24. Juni 2005

SPD auf Suche nach neuem Kandidaten? Müntefering weist Spekulationen zurück

  • SPD-Chef: "Werde auf keinen Fall Schröder ablösen"
  • Präsident Köhler vom linken Parteiflügel attackiert

SPD-Chef Franz Müntefering hat ausgeschlossen, als Kanzlerkandidat für die SPD bei der geplanten Bundestagswahl in Deutschland im Herbst anzutreten. Auf die Frage, ob er unter keinen Umständen Bundeskanzler Gerhard Schröder ablösen wolle, antwortete er im ZDF: "Das ist ganz sicher so. Da wird viel spekuliert im Augenblick."

Schröder sei Kanzler und bleibe es und dafür kämpfe die SPD bei der Bundestagswahl. Am Dienstag hatte die Nachrichtenagentur ddp gemeldet, im SPD-Vorstand sei über das Szenario beraten worden, dass Schröder entgegen den bisherigen Plänen doch zurücktreten könne. So würde der Kanzler den Weg für Müntefering frei machen, der mit rot-grüner Mehrheit im Bundestag zum neuen Regierungschef gewählt werden könne.

In der Debatte um den Weg zu Neuwahlen stellte sich Müntefering hinter Bundespräsident Horst Köhler: "Ich finde die Attacken, so wie sie von einigen von uns laufen, nicht in Ordnung und erwarte, dass das auch eingestellt wird."

Zuvor hatten der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler und andere führende SPD-Politiker dem Staatsoberhaupt mangelnde parteipolitische Zurückhaltung vorgehalten. Sie machten ihn für Indiskretionen nach einem Gespräch zwischen Schröder und Köhler um die Neuwahl verantwortlich. Müntefering appellierte an seine Partei, sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren. Vorzubereiten sei das Wahlmanifest, das am 4.Juli vorgelegt werde.(apa/red)

24.6.2005 09:17