Donnerstag, 9. Juni 2005

Erfolg für Wissenschaft: 'Cassini' entdeckt
möglichen Eisvulkan auf Saturnmond Titan!

  • Aufschlüsse über die Frühgeschichte der Erde erhofft
  • Plus: Spektakuläre Polarlichter auf dem Mars entdeckt

Die internationale Raumsonde "Cassini" hat auf dem Saturnmond Titan anscheinend einen Eisvulkan entdeckt, wie Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" berichteten. Infrarotaufnahmen zeigten einen 32 Kilometer großen Kegel, eine vulkanartige Öffnung, durch die Eis statt Lava in die Atmosphäre gespuckt worden sein könnte. Über diese Eiswolken könne das Methan in die Titanatmosphäre gelangt sein, hieß es.

Die Atmosphäre des Saturnmonds Titan besteht vor allem aus Stickstoff und Methan und ähnelt der der Erde vor rund 3,8 Milliarden Jahren. Wissenschafter erwarten sich deshalb von der Auswertung der von "Cassini" gesammelten Daten Aufschlüsse über die Frühgeschichte der Erde.

"Cassini" hatte am 1. Juli 2004 zusammen mit der Schwestersonde "Huygens", die zu Beginn des Jahres auf Titan landete, den Saturn erreicht. Das Projekt "Cassini/Huygens" wird gemeinsam von den Raumfahrtbehörden der USA, Europas und Italiens betrieben.

Der gesichtete mögliche Eisvulkan ist zwar inaktiv, die Forscher vermuten aber, dass es weitere auf Titan gibt. Methan ist auf der Erde ein leicht entflammbares Gas, auf Titan ist es wegen der dort herrschenden eisigen Kälte und des Drucks in der Atmosphäre flüssig. In einem begleiteten Artikel zu dem Beitrag in "Nature" äußern sich andere Forscher aber zurückhaltender. Die Theorie von den Eisvulkanen sei zwar sehr interessant, wenn es um eine Erklärung gehe, wie das Methan in die Atmosphäre gelangt sei, noch sei aber nicht sicher, dass die gesichtete Struktur tatsächlich ein Eisvulkan sei, hieß es.

Europäische Sonde sichtete Polarlichter auf dem Mars
Spektakuläre Polarlichter, wie sie auf der Erde immer wieder in der Nähe der Pole auftreten, gibt es auch auf dem Nachbarplaneten Mars. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des britischen Fachjournals "Nature". Allerdings unterscheidet sich das Himmelsschauspiel auf dem Roten Planeten von dem auf der Erde.

Die Forscher um Jean-Loup Bertaux vom französischen Wissenschaftszentrum in Verrieres-le-Buisson südlich von Paris hatten Fotos der europäischen Sonde "Mars Express" ausgewertet. Sie stellten fest, dass die Polarlichter vor allem über Gebieten mit magnetischem Felsgestein an der Marsoberfläche auftreten. Auf der Erde und den vier großen Planten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun zeigen sich die Polarlichter dagegen vor allem in der Nähe der magnetischen Pole.

Das Himmelsleuchten kommt zu Stande, wenn elektrisch geladene Sonnenpartikel mit den Molekülen der Atmosphäre zusammenstoßen und sie zum Leuchten anregen. Bei den großen Planeten und bei der Erde lenken Magnetfelder die geladenen Teilchen zu den Polen ab. Auf dem Mars dagegen sind die Polarlichter offensichtlich über allen Gebieten mit magnetischem Gestein zu sehen.

(apa/red)

9.6.2005 07:57