Neuerliches Blutvergießen im Irak: Zahlreiche Tote bei mehreren Anschlägen
- Angriff auf LKW. Regierungsmitarbeiter erschossen
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Die blutigen Anschläge Aufständischer im Irak reißen nicht ab. Am Mittwoch wurden zwei Regierungsmitarbeiter in Bagdad erschossen, und ein irakischer Übersetzer der US-Streitkräfte wurde nördlich der Hauptstadt getötet, wie die Polizei mitteilte. Am Dienstag waren bereits mindestens 35 Menschen Angriffen zum Opfer gefallen, mindestens 18 von ihnen bei koordinierten Bombenanschlägen im Norden des Landes.
Bewaffnete Männer eröffneten aus zwei Fahrzeugen heraus das Feuer auf das Auto der beiden Mitarbeiter des Industrieministeriums, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Übersetzer sei auf dem Weg von Chalis nach Bakuba, 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad, erschossen worden. Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe einer Tankstelle in Bakuba wurden drei Zivilpersonen getötet und fünf Autos durch die Wucht der Explosion zerstört. Damit kamen seit dem Amtsantritt der neuen irakischen Regierung Ende April mehr als 870 Menschen ums Leben.
Westlich von Bagdad wurde am Dienstagabend ein Lastwagenkonvoi angegriffen. Aufständische töteten dabei mindestens sieben Menschen, wie Reporter vor Ort mitteilten. Die Lastwagen wollten offenbar Nachschub zu einen US-Stützpunkt bringen. Der Angriff wurde in Habanija 80 Kilometer westlich Bagdads verübt. Bei den Toten handelte es sich um irakische Männer etwa im Alter zwischen 20 und 35 Jahren.
In Tikrit wurden zwei US-Soldaten getötet, wie die Streitkräfte am Mittwoch bekannt gaben. Die Soldaten der 42. Infanteriedivision kamen bei einem Rebellenangriff auf ihren Stützpunkt ums Leben, ein dritter wurde bei der Explosion einer Bombe nördlich von Bagdad getötet.
Die irakische Regierung nahm unterdessen ihre Ankündigung zurück, wonach der Prozess gegen den gestürzten Machthaber Saddam Hussein in zwei Monaten beginnen könne. Ein Sprecher von Ministerpräsident Ibrahim al Jaafari sagte am Dienstagabend, es gebe noch kein Datum für den Prozessauftakt. Der Zeitplan liege in der Hand des irakischen Sondertribunals, sagte Laith Kuba.
Der Sprecher räumte indessen ein, dass die Bevölkerung auf einen möglichst baldigen Termin dränge. Vor wenigen Tagen hatte Kuba erklärt, die Ermittlungsrichter rechneten mit einer Verurteilung in einem Dutzend "gründlich dokumentierter" Anklagepunkte. Die Anwälte von Saddam Hussein kritisierten die Äußerung. Die Anschuldigungen sollten im Gericht erhoben werden, und die Verteidigung müsse eine Kopie der Anklageschrift erhalten, forderten sie.
(apa/red)
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