Jahrestag von Einnahme: Zusammenstöße auf dem Jerusalemer Tempelberg!
- Palästinenser warfen Steine auf eine Gruppe Israelis
- Die Polizei setzte daraufhin Betäubungsgranaten ein
Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Montag zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Die Palästinenser warfen Steine auf die Beamten und auf eine Gruppe Israelis, wie ein Behördensprecher erklärte. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin Betäubungsgranaten eingesetzt. Die unweit der Al-Aksa-Moschee versammelte Menge aus mehreren hundert Menschen sei schließlich zerstreut worden. Israel feierte am Montag den Jerusalem-Tag, den Jahrestag der Einnahme Ostjerusalems im Sechs-Tage-Krieg von 1967.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas erklärte, den Juden hätte es nicht erlaubt werden dürfen, die Al-Aksa-Moschee zu besuchen. "Die israelische Regierung und die internationale Gemeinschaft müssen diese ungerechtfertigten und gefährlichen Verstöße gegen einstige Vereinbarungen beenden", sagte Abbas in Ramallah. Am Jerusalem-Tag waren in der israelischen Hauptstadt 3.000 Polizisten im Einsatz.
Der Polizeisprecher von Jerusalem, Shmuel Ben-Ruby, teilte mit, ein Palästinenser, der versucht habe, einen israelischen Besucher anzugreifen, sei festgenommen worden. Zwei Israelis seien leicht verletzt worden.
Der Jerusalemer Tempelberg ist Moslems und Juden gleichermaßen heilig. Im Jahr 2000 besuchte der damalige Oppositionsführer und heutige Ministerpräsident Ariel Sharon den Tempelberg und lieferte damit den Auslöser für gewaltsame Proteste, die mehr als vier Jahre andauerten. Danach war die Moschee für Nicht-Moslems lange Zeit geschlossen. Im vergangenen Jahr wurde das Verbot einseitig aufgehoben.
Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz kündigte vor dem Verteidigungsausschuss des Parlaments an, jüdische Siedler im Gazastreifen und im Norden des Westjordanlands notfalls zwangsweise zu entwaffnen. Dies werde geschehen, wenn die Siedler ihre Waffen vor dem geplanten Abzug aus dem Gazastreifen im Sommer nicht freiwillig abgäben. (apa/red)
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