Montag, 13. Juni 2005

Spektakuläre Flucht aus Justizanstalt St. Pölten: Häftling mit Sichel & Leiter befreit!

  • Mutmaßlicher Bankräuber noch immer flüchtig
  • Fluchtversuch eines weiteren Insassen misslang

Die spektakuläre Befreiung eines Häftlings aus der Justizanstalt St. Pölten am Sonntagvormittag ist laut Anstaltsleiter Günther Mörwald "blitzschnell" über die Bühne gegangen. Die Aktion sei "binnen zwei Minuten vorbei" gewesen. Die Fahndung nach dem 31 Jahre alten U-Häftling ist vorerst ergebnislos geblieben.

Wie "Kurier" und "Neue Kronen Zeitung" in ihrer Montag-Ausgabe berichteten, hatten Fluchthelfer eine Leiter an die Außenwand des Gefängnishofes gelehnt. Eine Person kletterte hinauf, zerschnitt das über den Hof gespannte Sicherungsnetz mit einer Sichel und warf ein Seil nach unten. Der 31 Jahre alte Rumäne, der im Gefängnishof spazieren gegangen war, hantelte sich empor und sprang über die Mauer. Vor der Anstalt wartete eine dunkle Limousine auf den Mann.

Der geflohene U-Häftling steht unter dem Verdacht des mehrfachen Bankraubes. Er und ein mutmaßlicher Komplize (35) wurden am 14. April festgenommen. Den Rumänen werden Überfälle auf Banken in Kleinzell (August 2004), Warth (September 2004) und Strengberg (14. April 2005) zur Last gelegt. Der 35-Jährige gilt außerdem als international gesuchter Serientäter. Er soll auch drei Geldinstitute in Deutschland beraubt haben.

Ein Termin für den Prozess gegen den am Sonntag entflohenen 31-jährigen Rumänen stand laut Mörwald noch nicht fest. Der Anstaltsleiter betonte am Montag auch, dass nach der spektakulären Flucht die Sicherheitseinrichtungen in St. Pölten deutlich verstärkt würden.

Mit dem 31-Jährigen war kurzfristig ein weiterer Rumäne, der mit dem des mehrfachen Bankraubes Verdächtigen nichts zu tun hat, entkommen. Der "Mitläufer" wurde jedoch wenig später im Kaiserwald in St. Pölten wieder gestellt. Bei ihm handelt es sich ebenfalls um einen U-Häftling. (apa/red)

13.6.2005 11:22