Freitag, 10. Juni 2005

Von Sieg überzeugt: SP-Chef Gusenbauer sieht sich nach der Wahl schon als Kanzler

  • SP-Haider rechnet im Bund hingegen mit Schwarz-Grün
  • Neue Umfragen: BZÖ kommt nur auf 3 %, FPÖ auf 5 %

SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer rechnet fix damit, nach der nächsten Nationalratswahl 2006 Kanzler zu werden. Dagegen meint Oberösterreichs SP-Vorsitzender Erich Haider, er "rechne mit Schwarz-Grün auf Bundesebene".

In der "Wiener Zeitung" meint Gusenbauer, "wenn man die Grünen wählt, besteht die Gefahr, dass es zu einer Stabilisierung der ÖVP in der Regierung kommt. Ich höre ständig von einer schwarz-grünen Annäherung". Was BZÖ-Chef Jörg Haider betrifft, ist dieser für Gusenbauer "als politisches Krokodil tauglich, er hat aber seine Relevanz außerhalb Kärntens verloren".

Erich Haider erklärt im "Standard", Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) werde "mit allen Mitteln an der Macht festhalten". Die SPÖ könne nur dann den Kanzler stellen, "wenn wir die Absolute erreichen".

In der "Presse" erklärt IMAS-Geschäftsführer Andreas Kirschhofer, dass bei den gespaltenen Freiheitlichen die FPÖ und nicht wie zunächst angenommen die BZÖ das Rennen macht. Die letzte bundesweite IMAS-Umfrage hatte fünf Prozent für die FPÖ, aber nur drei Prozent für das BZÖ ergeben. Kirschhofer meint, der FPÖ sei offenbar die eher national gesinnte Stammklientel geblieben. Und mit der Bezeichnung BZÖ hätten die Befragten Schwierigkeiten. Der Politikwissenschafter Fritz Plasser wiederum glaubt, dass die Orangen mit dem Parteinamen "Liste Haider " möglicherweise erfolgreicher wären. Die Gründe für den Absturz des BZÖ sieht Plasser in der "völlig konturlosen strategischen Positionierung".
(apa)

10.6.2005 20:44