Freitag, 10. Juni 2005

Auszeichnung für den "Nazi-Jäger": Goldenes Ehrenzeichen für Wiesenthal!

  • Bundespräsident Fischer: "Gerechtigkeit, nicht Rache"

Bundespräsident Heinz Fischer hat am Donnerstag das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich an Simon Wiesenthal (96) überreicht. In der Begründung für die Auszeichnung heißt es unter anderem, Wiesenthal habe "wesentlich dazu beigetragen, einige der größten NS-Verbrecher in ihren Nachkriegsverstecken aufzuspüren und einer gerichtlichen Verurteilung zuzuführen".

Der nach dem Krieg als Nazi-Jäger bekannt gewordene Holocaust- Überlebende Wiesenthal habe sich "um die Ahndung schwerster Verbrechen in einer Zeit verdient gemacht, in der ihm seine Arbeit in Österreich nicht immer leicht gemacht wurde", heißt es in einer Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Wiesenthal habe im Sinne des Mottos "Gerechtigkeit, nicht Rache" bewiesen, dass die rechtsstaatliche Ahndung von Verbrechen in der NS-Zeit nichts mit "Naziverfolgung" zu tun hat.

Die Überreichung des Ordens - es ist der siebent höchste, den die Republik zu vergeben hat - durch Bundespräsident Fischer erfolgte in der Privatwohnung Wiesenthals in Wien.

Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz in Galizien (heute Ukraine) geboren. Nach Schulzeit und Studium in Lemberg, Wien und Prag arbeitete er in der Ukraine als Architekt und Bauingenieur. 1941 wurde er von den vorrückenden Deutschen verhaftet und überlebte bis 1945 - als er durch US-Truppen aus dem KZ Mauthausen befreit wurde - in insgesamt zwölf Konzentrationslagern. Ab seiner Befreiung widmete sich Wiesenthal der Suche nach Naziverbrechern.

(apa)

10.6.2005 10:27