Kunsthistorisches Museum: Direktor Seipl von Rechnungshof-Ausschuss vorgeladen
- Auch Sprecher des Kuratoriumns des KHM wird aussagen
- Dringliche Anfrage der SPÖ im NR von Gehrer abgelehnt
Der parlamentarische Rechnungshof-Ausschuss hat den Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, für die Sitzung am 22. Juni als Auskunftsperson geladen. Mit ihm werden der Sprecher des Kuratoriums des KHM, Peter Püspök, und vier weitere Personen den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Ein Antrag der Oppositionsparteien, das gesamte Kuratorium zu laden, wurde abgelehnt
Der Rechnungshof hatte in einem Bericht heftige Kritik am Kunsthistorischen Museum und an Seipel geübt. Die SPÖ hatte am Mittwoch in einem Dringlichen Antrag im Plenum des Nationalrates die Ablöse des Direktors gefordert, Bildungsministerin Gehrer hatte dies jedoch abgelehnt.
Der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Cap und seine Kollegen verwiesen darauf, dass der Rechnungshof eine Fülle von Unzulänglichkeiten in der Organisation, im Personalmanagement sowie in der wirtschaftlichen Führung des KHM aufgedeckt habe. Hinzu gekommen sei 2003 ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen (um 22,3 Prozent) und Seipels Kauf eines Privatwagens als Dienstwagen.
Eine gewisse Mitschuld wird dem Direktor auch beim Raub der Saliera zugewiesen. Kritisch beäugen die Sozialdemokraten auch die finanzielle Ausstattung des Direktors. Obwohl mit der Bestellung neuer Direktoren für das Völkerkunde- und das Theatermuseum eine weitere Führungsebene geschaffen worden sei, hätten sich die Bezüge des Geschäftsführers des KHM von 1998 bis 2002 auf mehr als das zweieinhalbfache erhöht.
Der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl sprach sogar von "Gefahr in Verzug". Seipel sei ein "Symbol von Freunderlwirtschaft".(apa/red)
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