Mordalarm in Niederösterreich: Mann flüchtete mit vier Kindern in den Kosovo
- Täter stellte sich Stunden später der UNO-Polizei selbst
- Skender D. hat seiner Frau die Kehle durchgeschnitten
Mit einem Messerstich in den Hals hat in der Nacht auf Montag ein 47-jähriger Mann in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten) seine 36-jährige Ehefrau getötet. Der mutmaßliche Täter ist anschließend mit seinen vier Kindern nach Pristina in das Kosovo geflohen. Laut KA-NÖ ist er geständig, die Ursache für die Bluttat war am Dienstag aber nicht geklärt. Ebenfalls offen ist die Entscheidung, in welchem Land das Verfahren stattfinden wird.
"Wir haben einen Fragenkatalog nach Pristina übermittelt - was wir noch wissen wollen, ist, warum er es getan hat und wo sich die Tatwaffe befindet", berichtete Oberst Franz Polzer der APA. Die Obduktion der Leiche war in den Nachmittagstunden noch nicht abgeschlossen, die Kriminalisten warten auch noch auf das erste Vernehmungsprotokoll.
Am Montagnachmittag hatte sich der Kosovo-Albaner im Hauptquartier der UNO-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK) gestellt. Seine Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren soll er angeblich zuvor seinem Bruder, der ebenfalls im Kosovo lebt, übergeben haben. Der 47-Jährige wurde in Pristina von der UNO-Police in Gewahrsam genommen.
Die Spurensicherung am Tatort in Wilhelmsburg waren am Dienstag abgeschlossen. "Die Tat ist mit Sicherheit im Schlafzimmer, neben dem Bett, passiert", so Polzer. Der Täter hat die Frau nach der Messerattacke ins Bett gelegt und zugedeckt. "Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass er dem Opfer nahe gestanden ist. Er hat sie quasi als Wiedergutmachung zugedeckt. Das macht ein fremder Täter, der keine Beziehung zu seinem Opfer hat, niemals."
Die Leiche der gebürtigen Polin weist nach erster Beschau eine massive Stichverletzung im linken Halsbereich mit einer vermutlichen Eröffnung der Halsarterie auf, die zu einem extremen Ausbluten führte. Wie die Kriminalisten von Nachbarn des Paares in Wilhelmsburg erfahren haben, soll es zwischen den beiden Eheleuten immer wieder zu lautstarken Streitigkeiten gekommen sein.
Wo das Verfahren gegen den 47-jährigen Kosovaren eröffnet wird, ist noch völlig unklar. Polzer: "Die Tat ist in Österreich passiert, also ist auch unsere Justiz für den Fall zuständig. Aber es gibt mit vielen Ländern die unterschiedlichsten Abkommen." Deshalb sei es offen, ob der Mann an Österreich ausgeliefert wird oder nicht.
(apa/red)
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