Montag, 6. Juni 2005

Kärntner Landtag: Schwager aus freiheitlichem Klub ausgeschlossen

  • Reaktion auf Wahl zum FPÖ-Landeschef und BZÖ-Kritik
  • Scheuch-Erklärung: Aus "polithygienischen Gründen"

Der am Sonntag zum Kärntner FPÖ-Obmann gewählte Franz Schwager ist am Montag mit sofortiger Wirkung aus dem freiheitlichen Landtagsklub ausgeschlossen worden. Als Grund dafür wurden seine neue Funktion und sein Verhalten auf dem Völkermarkter Parteitag angegeben. Schwager hatte zwar nicht mit so scharfen Worten wie andere, aber dennoch Kritik am BZÖ und damit an dessen Chef Jörg Haider geübt. Der 60-Jährige, der dem Landtag seit 1989 angehört, ist somit fraktionslos.

Der freiheitliche Klubchef Kurt Scheuch begründete den Ausschluss mit den Worten, dass Schwager "Parteiobmann einer Fraktion geworden ist, die es sich zum obersten Ziel gesetzt hat, den Landeshauptmann von Kärnten und somit seine Fraktion auf unterstem Niveau anzuschütten und zu bekämpfen". Daher müsse man "schon aus polithygienischen Gründen hier eine klare Trennlinie ziehen".

Schwager habe laut Scheuch mehrmals dem Klub gegenüber erklärt, er werde hinter den Beschlüssen des Freiheitlichen BZÖ-Landtagsklubs sowie vor allem hinter dem Landeshauptmann stehen. "Wie viel sein Wort Wert ist, konnte man nun bei seinen Redebeiträgen am ewig gestrigen Parteitag sehen", meinte der Klubchef.

Schwager, der als Einziger der 16 freiheitlichen Mandatare nicht zum BZÖ übergetreten war, hatte sich am Parteitag vor seiner Wahl den Delegierten mit den Worten "Nach Dr. Jörg Haider und Dr. Martin Strutz wird die Partei jetzt einen Handwerker, einen Kfz-Mechaniker als Obmann haben." Er habe die Ochsentour in der Partei absolviert, es sei ihm daher nicht möglich gewesen, "eine Orange zu werden". (apa/red)

6.6.2005 19:33