Freitag, 3. Juni 2005

Brad & Co machen Hybrid-Autos populär: Nachfrage in den USA steigt und steigt

  • Gekoppelter Benzin- & Elekrtroantrieb spart Treibstoff!
  • USA: Verkaufzahlen in den letzten 2 Jahren verdoppelt

Spätestens seit Brad Pitt und Cameron Diaz es tun, gilt es als schick in den Straßen von Los Angeles: Die Stars haben sich für Hybrid-Autos entschieden, die durch gekoppelten Benzin- und Elektroantrieb viel weniger Treibstoff verbrauchen und umweltschonender sind.

Eigentlich bekannt für ihre Vorliebe für besonders große und besonders durstige Autos kommen Autofahrer in den USA zunehmend auf den Geschmack. Die Nachfrage steigt: Auf einen neuen Toyota-Prius müssen Käufer bereits ein halbes Jahr, auf den Hybrid-Lexus RX 400 sogar bis zu einem Jahr warten. Jahrzehntelang beherrschten die großen geländegängigen Wagen mit Vierradantrieb unter dem Kürzel SUV (Sports Utility Vehicle) die Straßen in den USA. Angesichts steigender Benzinpreise glaubt Bradley Berman aber, dass "wir unmittelbar vor einer Verkaufsexplosion" stehen. Zwar räumt der Betreiber der Website "http://www.hybridcars.com" ein, dass die Verkaufszahlen der Hybridautos noch nicht einmal ein Prozent der Gesamtverkaufszahlen in den USA ausmachen. In den vergangenen beiden Jahren hätten sie sich aber jeweils verdoppelt.

Stars für Spareffekt & Umweltbewusstsein
Im Jahr 2000 wurden in den USA 10.000 Hybrid-Autos verkauft, im Jahr 2008 werden es laut Experten etwa 1,2 Millionen sein. Auch wenn Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger nach wie vor mit seinem Hummer auf eines der größten Sprit schluckenden SUVs setzt, wenden sich immer mehr Prominente gegen das Prinzip "je größer desto besser". Neben Pitt und Diaz bereicherten auch Filmkollegen wie Leonardo DiCaprio, Kirk Douglas, Harrison Ford, Salma Hayek und Jack Nicholson ihren Fuhrpark mit einem Hybrid-Auto.

SUV-Verkaufszahlen gesunken
Hinter dem Trend zum Hybrid-Auto sehen Experten neben dem Willen mancher Autokäufer zu mehr Umweltbewusstsein aber vor allem den Wunsch, weniger Geld für Sprit auszugeben. Dies gilt umso mehr für weniger finanzkräftige Haushalte. Das macht sich bei den Verkaufszahlen herkömmlicher Autos bemerkbar: Der Verkauf des SUV-Modells Hummer brach nach Angaben von General Motors im April im Vergleich zum Vorjahr um ein gutes Viertel (27,8 Prozent) ein. Ford verkündete beim Verkauf des Explorer-SUV im April Einbußen von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Größe und Tempo trotz Sparfreude
"Was wir sehen, ist die Antwort auf den hohen Benzinpreis", sagt Marketing-Professor David Stewart von der University of Southern California in Los Angeles. Bereits zu Zeiten der Ölkrise in den siebziger Jahren sei ein Umschwung auf kleinere Autos zu beobachten gewesen. Bei ansteigenden Preisen für das Benzin lohnt sich die Rechnung: Während ein durchschnittlicher SUV etwa 20 Liter auf 100 Kilometer schluckt, braucht das Hybrid-Auto vier bis fünf Liter. Das rechnet sich auch bei einem etwas höheren Preis für die komplexe Technik. Trotz Sparfreude und Umweltbewusstsein bleibt eben doch bei vielen Autokäufern der Wunsch nach einem großen und schnellen Auto bestehen. Die Hersteller versuchen, auch beim Tempo-Wunsch mitzuhalten: Manche Hybrid-Autos schaffen die Beschleunigung von 0 auf 96 Stundenkilometer in 6,5 Sekunden. (APA/red.)

3.6.2005 11:17