Mittwoch, 1. Juni 2005

Österreichs Wirtschaftselite kocht auf: Den Chefs genau in den Kochtopf geschaut

  • Gabriela Schnabel lässt die Bosse an den Herd
  • REZEPT: Hanno Soravias Risotto à la Millstätter See

Nicht erst seit Jamie Oliver und dem Biedermaier-Revival schwingen Konzernbosse und smarte Business-Ladies gerne den Kochlöffel. Die Gründe für den Rückzug an den heimischen Herd sind vielfältig: H&M-Chefin Claudia Oszwald, IKEA-Manager Per Wendschlag und ORF-Finanzchef Alexander Wrabetz lassen einfach gerne die Seele baumeln lassen und tafeln im Kreise von Familie und Freunden.

Andere, wie etwa Kika-Leiner-Boss Herbert Koch oder Lobbyist Wolfgang Rosam nützen ihre Kochkünste auch gerne zu Zwecken des Networkings. Gabriela Schnabel beschreibt in ihrem Buch " Chefs - Österreichs Wirtschaftselite kocht auf" sehr persönliche und unterschiedliche Zugänge zur hohen Kunst der Kulinarik. Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad und Nationalbank-Präsident Herbert Schimetschek etwa sind ebenso wie ORF-Generalin Monika Lindner und Architekt Heinz Neumann passionierte Jäger und bereiten auch gerne selbst erlegtes zu. Während UNIQA-General Konstantin Klien würziges Lamm mundet, lieben Bautycoon Hanno Soravia und SCS-Chef Maurizio Totta frisch Gefangenes aus Fluss und Meer. Neben ihren Rezepten verraten die Big Player der Österreichischen Wirtschaft in Gabriela Schnabels Buch auch ihre liebsten Restaurants, Getränke und bevorzugten Küchengeräte.

Hannos Forellen & Ciprianis Reis
Hanno Soravia, Spross aus dem berühmten Clan der Kärntner Bau-Dynastie Soravia; findet beim Kochen die totale Entspannung. "Und die ist fast durch nichts zu übertreffen", schwärmt der begeisterte Jäger und Kunstmäzen. Gerne kocht er Risotto, selbstredend nur mit den erlesenen Reiskörnern seines italienischen Freundes Arrigo Cipriani: Den Fischfond bereitet der Famileinvater fast ausschließlich aus den Forellen der familieneigenen Soravia-Fischerei zu, die am Einlauf des Millstätter Sees gelegen ist . Doch um wirklich dicke Fische zu angeln, braucht man in erster Linie Geduld. Egal ob der dicke Fisch eine Regenbogenforelle ist - Soravias Rekord: 1,2 Kilogramm - oder das Wiener Hilton-Hotel, das Hanno gemeinsam mit seinem Bruder Erwin und dem Zeitungserben Christoph Dichand an Land zog und in in eine moderne Luxus-Herberge umbaute.

Risotto à la Millstätter See
Zutaten: 4 Tassen Risotto der Marke Cipriani, 25 dg Tintenfische, 25 dg Scampi, 25 dg verschiedene Fische, 1 Liter Fischfond (von der Nordsee), 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Petersilie, Olivenöl.
Zubereitung: Ich verwende vorzugsweise italienischen Risotto der Marke Cipriani - von meinem Freund Arrigo Cipriani. Ich koche einen Fischfon vor - aus den von mir gefangenen Fischen aus dem Millstätter See; diesen Fischfon habe ich meistens eingefroren. Sollte er ausgegangen sein, kauf eich ihn bei der Nordsee zu. Ich schneide Tintenfische, Scampi und andere Fische kleinwürfelig. Dann röste ich Zwiebel, Knoblauch und Petersilie in Olivenöl an und lasse den Risotto-Reisdarin leicht glasig anschmoren. Ich lösche den Reis dann abschließend mit Weißwein, vorzugsweise mit jenem, den ich zum Essen trinke, und mit dem Fischfond unter ständigem Rühren ab. Erst nach 5-10 Minuten gebe ich die Fische bei, damit sie nicht verkochen. Ab und zu kosten. Wenn der Reis gar ist, Herd abdrehen und Risotto servieren.(red.)

Hannos Tipps
Restauranttipp: Sittinger (Frauenkirchen), Portobello (Schloss Seefels)
Getränkeempfehlung: Big John (Scheiblhofer), Chateau Palmer, Ried Aichleiten, (Josef Jamek)
Liebster Küchenhelfer: Zick-Zack Zyliss

Buch-Tipp
Gabriela Schnabel u.a.
Chefs - Österreichs Wirtschaftselite kocht auf
Mit privaten Kochtipps und Rezepten
Business People 2005
9,90 Euro

1.6.2005 11:11