Donnerstag, 2. Juni 2005

"Internationaler Hurentag": Die Frauen-organisationen kämpfen für mehr Rechte

  • Die Grünen fordern: "Prostitution als Arbeit anerkennen"
  • Tag geht zurück auf Protestaktion aus dem Jahr 1975

5.000 bis 7.000 Frauen arbeiten allein in Wien in der Prostitution. "Prostitution ist Arbeit, die sozial- und arbeitsrechtlich anerkannt werden muss. Wer Frauenrechte schützen will, muss gegen die Stigmatisierung und Kriminalisierung von Sexarbeiterinnen antreten," fordert Monika Vana, Frauensprecherin der Wiener Grünen, anlässlich des "Internationalen Hurentages" am 2. Juni.

Mit einer Aktion am Wiener Urban Loritz Platz wollen verschiedene Frauenorganisationen und die Grünen auf die diskriminierenden Verhältnisse in der Prostitution aufmerksam machen. Der "Internationale Hurentag" geht zurück auf eine Aktion im französischen Lyon im Jahr 1975. Damals besetzten 100 Frauen eine Kirche, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und mehr Rechte einzufordern. Seit drei Jahren macht die Migrantinnenorganisation LEFÖ auf die Situation der Sexarbeiterinnen aufmerksam.

Sexarbeit und Sittenwidrigkeit im Gesetz entkoppeln!
Vana fordert die volle Anerkennung der Sexarbeit als Erwerbszweig, Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligungen für ausländische Sexarbeiterinnen auch nach dem "Ausstieg", die Aufhebung der Meldepflicht bei der Sicherheitspolizei und einen freien und selbstbestimmten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Sexarbeit und Sittenwidrigkeit müssten in den Gesetzen entkoppelt werden, außerdem sollte es aktive Ausstiegshilfen geben.

Keine bloß marginalen Auswüchse
Auch SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek meldet sich anlässlich des "Internationalen Hurentages" zu Wort: Man dürfe bei allen Liberalisierungsbestrebungen nicht außer Acht lassen, dass ein großer Anteil der sogenannten Sexarbeiterinnen nicht freiwillig in dieser Branche tätig ist, sondern zur Prostitution gezwungen werden. "Frauenhandel und Zwangsprostitution sind leider keine bloß marginalen Auswüchse, sondern gehören zu den am stärksten anwachsenden 'Geschäften' überhaupt," macht Heinisch-Hosek aufmerksam. Von Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (VP) fordert sie ein rascheres Handeln. (apa/red)

2.6.2005 17:01