Breitband-Verbreitung: Österreich ist weltweit von Platz 4 auf Platz 19 abgestürzt!
- Nur knapp ein Zehntel hat einen schnellen Anschluss
- Regulierungsbehörde RTR sieht "Handlungsbedarf"
·Regulierung bremst
Investitionsanreize
Österreich bei Breitband-Penetration zurückgefallen
·Millionenmetropole Tokio mit WiMax-Netz
Drahtloses Breitband-Web startet Ende des Jahres
·E-MEDIA: Internet aus der Kanalisation
"Cable-Runner" verlegen dort neue Glasfaserkabel
Österreich ist im weltweiten Vergleich bei der Ausstattung mit Breitband-Internet vom 4. auf den 19. Rang zurückgefallen. Derzeit haben laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Schweizer Malik Management Zentrum St. Gallen nur knapp 9 von 100 Österreichern einen raschen Internetanschluss. Ein Team aus 50 Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft soll nun mit einem "ITK-Masterplan" die Trendwende schaffen. Die erste Fassung des Masterplanes soll im November vorliegen.
VP-Telekomsprecherin Karin Hakl hat dazu heute eine Studie vorgestellt, wonach Österreich vor allem im Bereich E-Commerce ("Elektronischer Amtsweg") und im Mobilfunk Vorbildcharakter habe. Aufholbedarf gebe es im Hardware- und Medienbereich - hier insbesondere bei der Zahl von Privatradios. "Österreich ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie auf gutem Weg, wir haben aber noch Leistungspotenzial und müssen alle Kräfte mobilisieren, um Österreich auf die Überholspur zu bringen", so Hakl.
Ausbau am Land
Weiterer wichtiger Punkt der Initiative ist der Ausbau von Breitband-Internet in ländlichen Gebieten. Einhellige Meinung der Experten ist, dass es derzeit zu wenig Förderungen gibt. So fordert die Telekom-Industrie, das die Mehrwertsteuer für schnelle Online-Verbindungen auf zehn Prozent sinken soll. Weiters wurde ein Koordinator im Bundeskanzleramt angeregt.
Breitband-Förderung ausgelaufen
Bis Ende 2004 konnten neue Breitband-Internetanschlüsse von der Steuer abgesetzt werden. Diese Förderung ist zum Jahreswechsel ausgelaufen, galt in der Branche aber ohnehin nicht als attraktiv, weil wichtige Zielgruppen wie etwa Studenten davon ohnehin nicht profitiert hätten. Gefördert wird derzeit nur noch die Errichtung der Infrastruktur. Der Bund vergibt dafür heuer 10 Mio. Euro an Förderungen. Dazu kommen aber noch unabhängige Länderinitiativen, Niederösterreich etwa gibt 14,5 Mio. Euro für den rascheren Ausbau des schnellen Internets aus. Einen Überblick über sämtliche Förderaktivitäten in Österreich gibt es nicht.
Dringender Handlungsbedarf
Die Rundfunk- und Telekomregulierungsbehörde RTR forderte zu Jahresende 2004 von Bund und Ländern ein fünfjähriges Finanzierungsprogramm für den Breitband-Internet-Ausbau in ländlichen Gegenden. In Sachen Breitband-Internet sei "dringend politischer Handlungsbedarf" gegeben, betonte RTR-Chef Georg Serentschy damals. (apa/red)
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