Toni: Die Fristlose!

Gekündigt: Am 28. Mai hat Frank Stronach seinen General Manager Toni Polster wegen Vertragsbruchs vor die Tür gesetzt.
Putschversuch: Hat Polster gemeinsam mit Herbert Prohaska an einer Austria ohne Magna gebastelt? Die Hintergründe der Revolte.
Toni Polster, 41, wurde von Stronach bereits gekündigt, muss aber bis zum Cup-Finale schweigen. Vor Gericht will er nun seine Millionenabfertigung einklagen.
Der Brief, der Toni Polster am vergangenen Samstag von Frank Stronachs Rechtsanwalt zugestellt wurde, traf ihn mitten in sein violettes Herz. Austrias Galionsfigur hatte zwar mit viel gerechnet, aber sicher nicht mit seiner fristlosen Kündigung. Schon allein die Art und Weise stößt Polster noch heute sauer auf. Ohne wirklich konkrete Gründe zu formulieren, wirft Stronach Polster Vertragsbruch vor und begründet so die Fristlose. Zusätzlich wird Polster dringend aufgefordert, bis zum Cupfinale gegen den frisch gebackenen Fußballmeister Rapid am Mittwoch, 1. Juni, im Ernst-Happel-Stadion öffentlich nichts zu verlauten. Und beim Match selbst solle er, wie es sich für einen General Manager gehört, die Austria nach außen hin positiv repräsentieren.
Polster klagt Stronach. Damit ist eingetroffen, was NEWS in den letzten Wochen immer wieder berichtet hat (siehe Faksimiles im neuen NEWS). Die Ära von Toni Polster bei der Wiener Austria ist nach nur fünf Monaten beendet. Oder doch nicht? Big Spender Stronach hat anscheinend nicht mit Polsters Kämpferherz gerechnet, denn Österreichs Rekordtorschütze holt jetzt zum großen Gegenschlag aus und stürmt los wie zu seinen besten Zeiten als Aktiver. Polster: Ich war immer einer, der gegen alle Widerstände angekämpft hat und der sich nie hat unterkriegen lassen. Nach langer Überlegung und auf Anraten engster Freunde entscheidet er sich dazu, mit rechtlichen Schritten gegen seine fristlose Kündigung vorzugehen. Auf gut Deutsch: Polster klagt Stronach und besteht auf der vollständigen Erfüllung seines hoch dotierten und bis Ende 2007 laufenden Managementvertrags. Vor allem in finanzieller Hinsicht. Kein Wunder, wenn man weiß, dass Polster kolportierte 530.000 Euro im Jahr kassiert netto! Wenn man sich im Umfeld von Polster umhört, dann will es der 41-Jährige genau wissen, denn er bläst nicht nur was seine Person betrifft, sondern auch in Sachen Austria zum Totalangriff auf den Magna-Magnaten. Nicht nur, dass er Stronach zur Einhaltung seines Vertrages vor Gericht zwingen will, er hat sogar einen Geheimplan zur Rettung der Austria fix und fertig in der Schublade.
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