Mittwoch, 1. Juni 2005

Unter Feuer: Alle gegen Arnie

Kaliforniens Polit-Shooting-Star Arnold Schwarzenegger nach Dauerprotesten im totalen Umfragetief. Die Opposition rüstet schon zum Sturz des „Gouvernators“.

Mit einem Zwischenwahlkampf versucht sich Kaliforniens „Gouvernator“ Arnold Schwarzenegger aus dem Umfragetief zu befreien. Bei einem Volksschulbesuch zur Propagierung seiner Bildungsreform freut er sich darüber, dass die Taferlklassler seinen sperrigen Namen richtig buchstabieren. „Das schaffen die wenigsten Erwachsenen“, witzelt er zum Gaudium der Kids in die TV-Kameras, die natürlich dabei sind, wenn Arnie in seine Starrolle als „Kindergarten Cop“ schlüpft. Eine Stunde später preist Arnie – diesmal ganz ernsthafter Politiker – sein „Jahr der Reformen“. „Die Bürger wollen keine Politiker, die aus egoistischen Motiven den Fortschritt verhindern“, ruft er in die Menge. Es folgt ein Interviewmarathon für die wichtigsten Sender, vom nationalen Frühstücksfernsehen bis zum lokalen „Talk Radio“.

Absturz nach Traumstart. Viel Einsatz ohne Nutzen. „Nichts funktioniert“, schreibt die „L. A. Times“. Arnold Schwarzenegger, 57, der noch vor wenigen Monaten wegen seines politischen Traumstarts umjubelt und sogar für das Präsidentenamt gehandelt wurde, ist völlig außer Tritt geraten:

  • Seit Anfang Februar stürzte Arnies Popularität von 65 auf 40 Prozent.

  • Innerhalb seines Stabes tobt ein Krieg um den Kurs: Kennedy-Clan-Gattin Maria Shriver kann sich gegen die stramm rechten Ideologen, die Arnies Vorgänger das Amt gekostet hatten, immer seltener durchsetzen. Auf der PR-Tour für ihr jüngstes Buch kämpft sie unverdrossen für ihren Mann.

  • Die demokratische Mehrheit im Parlament, im Vorjahr durch Arnies Beliebtheit paralysiert, hat plötzlich Blut geleckt. „Täglich wird der Gouverneur angreifbarer“, sagt Demokraten-Vorsitzender Art Torres im NEWS-Interview und rechnet sich Chancen auf einen Wechsel 2006 aus.

  • Arnies Exkollegen aus Hollywood greifen ihn frontal an: Der liberale Warren Beatty geißelte die „reaktionäre Agenda“ des Austroamerikaners. Megaproduzent Rob Reiner („First Wives Club“) stellte eine Kandidatur in Aussicht.

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    PLUS: Demokraten-Boss Torres im Gespräch mit NEWS

    1.6.2005 17:01