Schlussplädoyers im Jacko-Prozess: Für Verteidiger fiel Star Betrügern in die Hände
- Staatsanwalt sieht 'King of Pop' als 'pädophiles Raubtier'
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Michael Jacksons Verteidiger haben am Freitag ihre Attacke auf das angebliche Missbrauchopfer des Popstars fortgesetzt. In seinem Schlussplädoyer vor dem Gericht in Santa Maria (Kalifornien) stellte Star-Anwalt Thomas Mesereau den heute 15-jährigen Beschuldiger erneut als Lügner und Betrüger dar. Der Bub und dessen Familie planten mit ihren fabrizierten Vorwürfen gegen den Sänger "den größten Betrug ihres Lebens", führte Mesereau vor der zwölfköpfigen Jury aus.
Nach einem Schlusswort von Staatsanwalt Ron Zonen wollte der Vorsitzende Richter den Fall noch am Freitag den zwölf Geschworenen übertragen. Aus Sicht von Prozessbeobachtern könnten sie am selben Tag mit der Urteilsfindung beginnen, dann aber ins freie Wochenende gehen. Nach Fortsetzung der Juryberatungen am Montag könnte schon in der kommenden Woche das Urteil gegen den 46-jährigen Sänger fallen.
Jacko musste erneut ins Krankenhaus
Der schwach wirkende Angeklagte war mit Familien-Verstärkung vor Gericht erschienen. Jackson wurde von seinen Eltern und fünf Geschwistern, darunter Janet und LaToya Jackson, begleitet. Knapp hundert Fans bereiteten ihnen mit Sprechchören einen lautstarken Empfang. Nach Angaben des Senders FoxNews hatte sich der Popstar über Nacht wegen Dehydrierung in einem Krankenhaus behandeln lassen. Das frühere Popidol sei nicht krank, sondern nur "sehr müde", hatte Jackson-Sprecherin Raymone Bain dem Sender MSNBC am Donnerstag versichert.
Die Vorwürfe gegen Jackson seien "absurd", sagte Mesereau in seinem Schlussplädoyer. Sie stammten von einer Familie, "in der die Kinder zum Betrügen und Lügen" erzogen wurden. Eine Verurteilung Jacksons "über jeden vernünftigen Zweifel hinweg" sei daher nicht möglich, wies der Anwalt die Geschworenen an. Den Sänger stellte er als "naives" Opfer einer Familie von "Betrügern, Schauspielern und Lügnern" dar, die sich an dem Entertainer bereichern wollten.
Staatsanwalt: "Pädophiles Raubtier"
Die Anklage hatte Jackson in ihrem knapp dreistündigen Plädoyer als pädophiles "Raubtier" beschrieben, das seine jungen Opfer zur eigenen Befriedigung in die "Welt des Verbotenen" und "in sein Vertrauen, sein Schlafzimmer und in sein Bett" lockte. Staatsanwalt Zonen sprach von "Ausnutzung und sexuellen Missbrauch" eines 13-jährigen Buben durch einen berühmten Sänger und stellte Jackson als Serientäter dar.
Der Popstar soll im Frühjahr 2003 einen damals 13-jährigen Buben auf seiner Neverland-Ranch mehrfach sexuell belästigt, mit Alkohol gefügig gemacht und sein angebliches Opfer und dessen Familie dort festgehalten haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Jackson mehr als 20 Jahre Haft. (apa/red)
