Analysten-Prognosen klar übertroffen: Ryanair mit Rekordgewinn im ersten Quartal
- Reingewinn um 21 Prozent auf 64,4 Mio. gesteigert
- Umsatz um 35 Prozent höher: 404,6 Millionen Euro
Der irische Billigflieger Ryanair ist nach einem Quartal mit Rekordergebnis wegen der jüngsten Terroranschläge und hoher Ölpreise zurückhaltend, was den weiteren Jahresverlauf betrifft. Die hohen Ölpreise erforderten zusätzliche Absicherungen. Die Belastungen durch höheren Ölpreise könnten aber zum Teil durch Einsparungen ausgeglichen werden, sagte Vorstandschef Michael O'Leary am Dienstag in Dublin. Zudem würden Wettbewerber weiterhin ihre Passagier-Kapazitäten zurückfahren.
Er rechne für das laufende Geschäftsjahr 2005/2006 (31. März) daher weiter bei den Fluggastzahlen mit einem Zuwachs um 27 Prozent auf 35 Millionen. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni kletterte die Zahl der Passagiere um 30 Prozent auf 8,5 Millionen. Neue Terroranschläge könnten allerdings könnten neue Anschläge das Geschäft belasten. Im Juli seien die Buchungen nach den Anschlägen in London für einige Tage zurückgegangen, berichtete O'Leary.
Chef O'Leary zufrieden
Zufrieden zeigte sich der Gründer des europäischen Marktführers bei Billigfliegern über den Verlauf des ersten Geschäftsquartals. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 404,6 Mio. Euro und der Überschuss um 21 Prozent auf 64,4 Mio. Euro - um rund 10 Mio. Euro mehr als im Durchschnitt von Analysten erwartet. Alle neuen Routen hätten sich trotz der Anschläge über den Sommer gut entwickelt, sagte O'Leary.
Jeder Passagier war um drei Cent mehr wert
Ryanair steigerte die Durchschnittserlöse pro Passagier (Yields) um 3 Prozent - trotz eines Ausbaus seiner Sitzkapazität um 30 Prozent. Die Treibstoffkosten erhöhten sich im Quartal deutlich um 112 Prozent auf 109,0 Mio. Euro. Ausblickend rechnete Ryanair aber damit, dass die negativen Effekte des teuren Öls etwa durch niedrigere Kosten ausgeglichen werden können.
O'Leary sagt einen weiterhin scharfen Wettbewerb in der Branche voraus. Die hohen Ölpreise würden Verluste schreibende Gesellschaften dabei aus dem Geschäft treiben.
Keine Sorgen nach London-Anschlägen
Für August hat sich der Billigflieger beim Öl nicht abgesichert. Allerdings seien für September 90 Prozent der benötigten Menge mit 57 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) abgesichert, danach bis März mit 47 Dollar pro Barrel. US-Öl hatte zuletzt ein Rekordhoch von 62,30 Dollar pro Barrel erreicht.
Am 7. und am 21. Juli hatten Anschlagserien die britische Hauptstadt erschüttert. Die Touristikbranche fürchtet nach solchen Attentaten meist um ihr Geschäft. Laut Firmen-Vizechef Michael Cawley seien die Buchungen in den Tagen unmittelbar nach den Attentaten zurückgegangen. Andererseits habe er "aber nicht den Eindruck, dass dies bedeutend genug ist, um unsere Gesamtzahlen für das Jahr zu beeinflussen. Solange es keinen weiteren Anschlag gibt - und das hoffen wir alle - sehen wir nicht die Notwendigkeit, unseren Jahresausblick anzupassen."
(apa)
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