Donnerstag, 2. Juni 2005

Swiss wird Mitglied der Star Alliance:
Airline-Bund erhält prominenten Zuwachs

  • Beitritt zur Allianz wird im kommenden Jahr vollzogen
  • Integration zur Lufthansa soll vorangetrieben werden

Die von der deutschen Lufthansa übernommene Schweizer Fluggesellschaft Swiss wird Mitglied des Luftfahrtbündnisses Star Alliance, der auch die AUA angehört. Der Beitritt wird innerhalb eines Jahres vollzogen, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte. Die Mitgliedschaft bei der Star Alliance soll in erster Linie den Swiss-Kunden Vorteile bringen. Zunächst wird das Swiss-Vielfliegerprogramm mit demjenigen der Lufthansa zusammengelegt.

Das Führungsgremium der Star Alliance habe die Aufnahme der Swiss auf seiner Konferenz in Japan einstimmig beschlossen, teilte die Fluggesellschaft mit. Vor genau einem Jahr hatte sie den Verzicht auf den Beitritt zum Bündnis OneWorld von British Airways bekannt gegeben hatte. Star Alliance ist die größte der drei internationalen Allianzen. Mit Swiss und South African Airways, die ebenfalls aufgenommen wurden, bildet der Verbund von 18 Fluggesellschaften ein weltweites Netz von 846 Zielen in 151 Ländern.

Swiss-Konzernchef Christoph Franz bezeichnete den Schritt als Meilenstein für die Airline und ihre Kunden. In den vollen Genuss der Vorteile eines Luftfahrtbündnisses kommen die Swiss-Kunden aber erst in rund einem Jahr. So lange dauert es, bis die Swiss die Anforderungen für den Beitritt erfüllen kann. Insbesondere müssen die IT-Schnittstellen der Swiss an jene der Star-Alliance-Mitglieder und die Kundeninformationen angepasst sowie das Personal umgeschult werden. Das sei alles mit Kosten verbunden, die aber nicht genauer beziffert würden, sagte Swiss-Sprecher Dominik Werner.

Der erste Schritt ist aber die Integration der Swiss in die Lufthansa. Nach der am (heutigen) Donnerstag abgelaufenen Angebotsfrist für die Swiss-Kleinaktionäre wird am 24. Juni die Bewilligung der Übernahme von der EU-Kommission erwartet.

Erst danach können die Vielfliegerprogramme der Lufthansa und Swiss zusammengelegt werden, wie Werner sagte. In einem zweiten Schritt gehe es dann um die Integration in die Star Alliance. Sicher sei, dass die gesammelten Meilen der Swiss-Kunden übertragen würden. Ob das firmeneigene Vielfliegerprogramm Swiss Travel Club weitergeführt werde, sei dagegen noch unklar.

Werner sagte weiter, die Lufthansa habe den Beitritt der Swiss zur Star Alliance aktiv unterstützt. Swiss werde ein Vollmitglied wie die anderen 17 Airlines auch, und die Aufnahme in den Verbund sei mit keinen besonderen Bedingungen verbunden.

Im September vor zwei Jahren hatte die Schweizer Fluglinie schon einmal den Beitritt zu einer Allianz verkündet. Damals war es OneWorld, der Partner der Swiss hieß British Airways, und das Nachsehen hatte die Lufthansa. Vor genau einem Jahr musste Swiss-Präsident Pieter Bouw den Verzicht auf den OneWorld-Beitritt bekannt geben. Die Briten wollten das Swiss-Vielfliegerprogramm übernehmen und hätten damit praktisch über die Kundenkartei verfügt, was die Swiss als Bedingung nicht akzeptierte.

(apa/red)

2.6.2005 13:17